Im Ruhrgebiet herrscht weiterhin dicke Luft, nicht nur im übertragenen Sinne. Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, und die politischen Grabenkämpfe scheinen tiefer denn je. Ein Überblick.
Maloche und Miese: Wirtschaft im Krisenmodus
Die Unternehmen im Ruhrgebiet blicken pessimistisch auf 2026. Hohe Steuern, Bürokratie und strukturelle Probleme belasten die Wirtschaft. Einer aktuellen Konjunkturumfrage zufolge rechnen 69 Prozent der Betriebe mit einer gleichbleibend schlechten oder sogar schlechteren Geschäftsentwicklung. Besonders die Inlandsaufträge geben Anlass zur Sorge. Lars Bergmann, Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen, appelliert an die Politik, die Standortprobleme endlich anzugehen.
Die Arbeitslosigkeit im Ruhrgebiet ist im Dezember leicht gestiegen. Insgesamt waren 276.424 Menschen arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg von 0,1 Prozent gegenüber November entspricht. Eine Trendwende am Arbeitsmarkt ist nicht in Sicht. Allerdings gibt es auch positive Nachrichten: Der Ennepe-Ruhr-Kreis weist mit 7,1 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote im Ruhrgebiet auf. Unter den kreisfreien Städten schneiden Bottrop (acht Prozent) und Mülheim an der Ruhr (7,9 Prozent) am besten ab.
Fußball-Frust und Fan-Zorn: Stimmung auf dem Tiefpunkt
Nicht nur die Wirtschaft, auch der Fußball sorgt für trübe Stimmung im Revier. Schalke kämpft weiterhin gegen den Abstieg, Dortmund dümpelt im Mittelfeld herum, und Bochum muss sich nach einem Trainerwechsel neu finden. Die Fans sind frustriert und machen ihrem Ärger Luft. Immer wieder kommt es zu Protestaktionen und Schmähgesängen gegen die Vereinsführungen.
Politik-Poker und Perspektiv-Geplänkel: Wer hat die Macht im Pott?
Die politische Landschaft im Ruhrgebiet ist zersplittert. Nach dem Ende der Ampelregierung ringen CDU, SPD und Grüne um die Vorherrschaft. Die AfD profitiert von der Unzufriedenheit vieler Bürger und erlebt einen Aufschwung. Bei den Kommunalwahlen im letzten Jahr konnte die Partei einige Achtungserfolge erzielen.
Die großen Themen sind bekannt: Verkehr, Wohnen, Bildung und Sicherheit. Doch die Lösungen sind umstritten. Während die einen auf mehr Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr setzen, fordern die anderen den Ausbau der Straßen. Beim Wohnungsbau gehen die Meinungen auseinander, ob man auf soziale Projekte oder private Investoren setzen soll. Und in der Bildungspolitik streiten sich die Parteien über die richtige Schulform und die Integration von Flüchtlingskindern. Innenminister Herbert Reul begründet die Reform mit neuen Bedrohungslagen durch Kriege, Krisen und zunehmenden Extremismus.
Blick nach vorn: Lichtblicke am Horizont?
Trotz aller Probleme gibt es auch Anlass zur Hoffnung. Der Regionalverband Ruhr (RVR) plant auch in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen und Projekte, um die Region attraktiver zu machen. Im September findet das Sunset Picknick am Haldentop der Sonnenuhr statt, und der Hiking Day Ruhr lädt zum Wandern ein. Ob diese Initiativen ausreichen, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Das Ruhrgebiet braucht einen Neustart – wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich.
Bildquelle: Pixabay – Dieser Beitrag wurde erstellt von Redaktion Ruhr



