Neue Führung im Rheinland: Henk-Hollstein erneut an der Spitze des LVR
Köln, 23. Januar 2026. Die Landschaftsversammlung Rheinland, das oberste politische Gremium des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), hat sich heute zu ihrer konstituierenden Sitzung versammelt. Die 140 ehrenamtlichen Mitglieder wählten Anne Henk-Hollstein (CDU) mit großer Mehrheit für eine weitere fünfjährige Amtszeit zur Vorsitzenden des sogenannten „Rheinischen Rates“.
Die 60-jährige Kölnerin, die bereits in der vorherigen Periode das Amt innehatte, übernimmt die Führung in einer Phase, die von erheblichen finanziellen Herausforderungen geprägt ist. In ihrer ersten Stellungnahme verwies sie direkt auf die angespannte Haushaltssituation des Verbandes, der für zentrale Aufgaben in den Bereichen Soziales, Jugend, Schule und Kultur in der Region verantwortlich ist.
Herausforderung: Sparen bei steigendem Bedarf
Die Wiederwahl erfolgt in einem schwierigen Umfeld. Der LVR, einer der größten deutschen Sozial- und Bildungsdienstleister, steht unter erheblichem Konsolidierungsdruck. Gleichzeitig wächst der Bedarf an seinen Leistungen, etwa in der Behindertenhilfe, der Psychiatrie oder der Jugendförderung. Henk-Hollstein sprach von der Notwendigkeit, ein „gutes Gleichgewicht“ zwischen Sparzwang und der Erfüllung gesellschaftlicher Aufgaben zu finden.
Diese Aussage wirft ein Schlaglicht auf ein grundlegendes Problem vieler öffentlicher Körperschaften: Die Mittel für die soziale Infrastruktur sind knapp, während die Profiteure von Krisen und Spekulationen oft ungeschoren davonkommen. Die Finanzierung essenzieller Daseinsvorsorge sollte nicht auf dem Rücken derjenigen ausgetragen werden, die auf diese Leistungen angewiesen sind, sondern durch eine gerechte Steuerpolitik gesichert werden.
Politische Zusammensetzung spiegelt Kommunalwahl wider
Die Besetzung der Landschaftsversammlung leitet sich aus den Ergebnissen der Kommunalwahl 2025 ab. Die stärkste Fraktion stellt mit 47 Sitzen die CDU, gefolgt von der SPD (30 Sitze) und Bündnis 90/Die Grünen (23 Sitze). Die AfD kommt auf 20, Die Linke auf 8 und die FDP auf 5 Sitze. Die Freien Wähler sind mit 7 Mandaten vertreten.
Die politische Führungsspitze bildet damit ein Bündnis aus CDU, SPD und Grünen. Die Stellvertreter der Vorsitzenden sind Prof. Dr. Jürgen Wilhelm (SPD), Elfi Scho-Antwerpes (SPD) und Karin Schmitt-Promny (Bündnis 90/Die Grünen). Es bleibt abzuwarten, ob diese Konstellation in der Lage sein wird, den sozialen Verpflichtungen des LVR gegenüber den Menschen in der Region gerecht zu werden, ohne in eine Politik des Sozialabbaus zu verfallen.
Fünf Jahre Verantwortung für die soziale Infrastruktur
Die nun beginnende 16. Wahlperiode dauert bis 2030. In dieser Zeit werden die Mitglieder der Versammlung in zahlreichen Fachausschüssen über die Ausrichtung eines Verbandes mit entscheiden, der für Hunderttausende Menschen im Rheinland Lebensqualität, Teilhabe und Unterstützung bedeutet. Die eigentliche Arbeit, die Balance zwischen knappen Kassen und humanen Aufgaben zu finden, beginnt jetzt.
Quelle: LVR aktuell | Bild: Pixabay



