Einsatz am India Gate
Am 18. Januar 2026, gegen 14:30 Uhr Ortszeit, löste die Delhi Police eine Kundgebung von mehreren tausend Gewerkschaftsmitgliedern am India Gate in Neu-Delhi gewaltsam auf. Nach Angaben des Polizeisprechers Dependra Pathak wurden 127 Personen festgenommen, darunter die Generalsekretäre der zentralen Gewerkschaften INTUC und AITUC, Sanjay Singh und Amarjeet Kaur. Mindestens 34 Demonstranten und 12 Polizeibeamte erlitten nach offiziellen Angaben leichte Verletzungen.
Chronologie der Ereignisse
Die Protestaktion begann um 11:00 Uhr mit einer genehmigten Versammlung von etwa 5.000 Personen. Gegen 13:45 Uhr versuchten laut Polizeibericht rund 500 Demonstranten, Absperrgitter zu durchbrechen und in Richtung des Parlamentsgebäudes vorzudringen. Die Polizei setzte daraufhin Wasserwerfer und Tränengas ein. Ein Augenzeuge, der Taxifahrer Ramesh Kumar, berichtete gegenüber Reportern: „Das Gas trieb bis in die Nebenstraßen. Viele Menschen rannten und husteten.“ Die Festnahmen erfolgten zwischen 14:30 und 16:00 Uhr im Umkreis des Rajpath.
Hintergrund: Das „Industrial Relations Code (Amendment) Bill, 2025“
Auslöser der Proteste ist ein Gesetzentwurf der indischen Regierung, der am 15. Januar 2026 in die parlamentarische Beratung eingebracht wurde. Der „Industrial Relations Code (Amendment) Bill, 2025“ erleichtert Unternehmen mit bis zu 300 Beschäftigten (bisher 100) die Entlassung von Arbeitnehmern ohne vorherige staatliche Genehmigung. Zudem soll die Frist für die Ankündigung von Streiks von bisher 14 auf 60 Tage verlängert werden. Die zehn größten Gewerkschaftsverbände des Landes, die gemeinsam über etwa 150 Millionen Mitglieder verfügen, lehnen die Reform geschlossen ab. Bereits im Dezember 2025 hatte es zu einem eintägigen Generalstreik mit Beteiligung von schätzungsweise 200 Millionen Arbeitnehmern im ganzen Land gegeben.



