Die japanische Küstenwache hat am 15. Januar 2026 insgesamt 14 chinesische Fischerboote aus den umstrittenen Gewässern um die Senkaku-Inseln (chinesisch: Diaoyu) vertrieben. Die Aktion fand zwischen 8:00 Uhr und 16:00 Uhr Ortszeit in der Nähe der Insel Uotsuri statt, auf die sowohl Japan als auch China territoriale Ansprüche erheben.
Chronologie der Zwischenfälle
Nach Angaben der 11. Regionalen Küstenwachen-Hauptquartiere in Naha, Okinawa, drangen die chinesischen Schiffe in die 12-Seemeilen-Zone um die unbewohnten Inseln ein. Die Küstenwache setzte laut eigenen Meldungen Funkwarnungen in chinesischer und japanischer Sprache ein und forderte die Boote zum Verlassen des Gebietes auf. Ein Sprecher der Behörde bestätigte, dass es zu keiner Zeit zu einem direkten physischen Zusammenstoß kam. Alle 14 Schiffe verließen die Zone in Richtung Westen nach etwa acht Stunden.
Hintergrund der Territorialstreitigkeiten
Der Vorfall ist der erste größere dieser Art im Jahr 2026. Bereits am 12. Dezember 2025 hatte die Küstenwache vier chinesische Forschungsschiffe aus der gleichen Zone vertrieben. Japan verwaltet die Senkaku-Inseln seit 1895 und hält sie für einen integralen Teil seines Territoriums im Rahmen der Stadt Ishigaki, Präfektur Okinawa. Die Volksrepublik China sowie Taiwan erheben ebenfalls historische Ansprüche auf die Inselgruppe. Das japanische Außenministerium hat den chinesischen Botschafter in Tokio, Wu Jianghao, zu einer Protestnote einbestellt. Die chinesische Botschaft in Japan erklärte daraufhin, die Durchführung normaler Fischereitätigkeiten in chinesischen Hoheitsgewässern sei ein „unveräußerliches Recht“.
Militärische Präsenz in der Region
Die USA, die mit Japan einen Sicherheitsvertrag haben, bekräftigten erneut, dass der Vertrag auch für die Senkaku-Inseln gelte. Im Jahr 2025 verzeichnete die japanische Küstenwache nach eigenen Aufzeichnungen insgesamt 89 ähnliche Vorfälle mit chinesischen Staats- oder Fischerbooten in der Zone. Die japanische Regierung unter Premierminister Taro Kono hat im aktuellen Haushaltsentwurf für das Fiskaljahr 2026 die Mittel für die Küstenwache um 3,8% erhöht, unter anderem für den Bau zweier neuer Patrouillenschiffe.
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