Brasilianische Bundespolizei nimmt 23 Personen in Korruptionsermittlungen gegen Gesundheitsministerium fest

Brasilianische Bundespolizei nimmt 23 Personen in Korruptionsermittlungen gegen Gesundheitsministerium fest

Die Bundespolizei Brasiliens hat am 16. Januar 2026 in einer landesweiten Razzia 23 Personen vorläufig festgenommen. Die Operation „Medicina Limpa“ (Saubere Medizin) richtet sich gegen einen mutmaßlichen Korruptionsring im Gesundheitsministerium, der überteuerte Verträge für medizinische Ausrüstung begünstigt haben soll.

Chronologie und Details der Operation

Die Festnahmen erfolgten zwischen 6:00 und 10:00 Uhr Ortszeit in fünf Bundesstaaten: São Paulo, Rio de Janeiro, Brasília, Minas Gerais und Paraná. Bei Durchsuchungen in 48 Objekten beschlagnahmten 250 Beamte Dokumente, Computer und Mobiltelefone. Unter den Festgenommenen sind laut Polizeibericht der Geschäftsführer des Unternehmens „MedTech Solutions“, Carlos Alberto Mendonça, und zwei hochrangige Beamte des Gesundheitsministeriums: die Abteilungsleiterin für Beschaffung, Dr. Fernanda Silva, und der Koordinator für Notfallausrüstung, Roberto Alencar.

Vorwürfe und mutmaßliches System

Die Ermittler werfen dem Netzwerk vor, zwischen 2023 und 2025 mindestens 15 öffentliche Ausschreibungen für Beatmungsgeräte, Ultraschallgeräte und Krankenhausbetten im Wert von umgerechnet rund 120 Millionen Euro manipuliert zu haben. Laut dem Richter am Bundesgerichtshof (STJ), João Pedro Ribeiro, der die Durchsuchungs- und Festnahmebefehle unterzeichnete, seien die Verträge systematisch an ein Konsortium von drei Unternehmen vergeben worden, die Preise um durchschnittlich 40 Prozent über dem Marktniveau angeboten hätten. Als Gegenleistung sollen Schmiergeldzahlungen in Höhe von etwa 10 Prozent des Vertragswertes an die beteiligten Beamten geflossen sein.

Hintergrund und vorherige Vorfälle

Die Ermittlungen nahmen ihren Ausgang von Hinweisen der Staatsanwaltschaft, die im Zuge der Aufarbeitung des Pandemie-Korruptionsskandals von 2021 gesammelt wurden. Damals waren im parlamentarischen Untersuchungsausschuss (CPI da Pandemia) massive Überteuerungen bei der Beschaffung von Impfstoffen und medizinischem Material aufgedeckt worden. Das nun untersuchte Schema soll sich nach dem Ende der Pandemie-Notsituation in der regulären Beschaffung des Ministeriums etabliert haben. Gesundheitsminister Marcelo Queiroga, der das Ministerium seit 2025 leitet, erklärte in einer ersten Stellungnahme, er unterstütze die Ermittlungen vollumfänglich und habe eine interne Überprüfung aller laufenden Verträge angeordnet.

Bildquelle: Pixabay