Einsatz gegen Studierendenversammlung
Am 4. Januar 2026, gegen 14:30 Uhr Ortszeit, stürmten Einheiten der iranischen Sicherheitskräfte und der paramilitärischen Basidsch-Miliz den Campus der Universität Teheran. Ihr Ziel war eine nicht genehmigte Versammlung von etwa 300 Studierenden im Innenhof der Fakultät für Sozialwissenschaften. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, um die Menge aufzulösen. Nach Angaben des in Oslo ansässigen Iran Human Rights Monitor (IHRM) wurden mindestens 23 Personen, darunter die Studenten Parham Ahmadi (22) und Neda Rahmani (24), festgenommen.
Chronologie der Ereignisse
Die Versammlung hatte sich ursprünglich als Gedenkveranstaltung für den im Dezember 2025 in Haft verstorbenen Politikstudenten Kian Aslani formiert. Laut Augenzeugenberichten, die über verschlüsselte Messengerdienste verbreitet wurden, begannen die Sicherheitskräfte ohne Vorwarnung mit der Räumung. Ein Video, das die Gedenkstätte zeigt, bevor Tränengaswolken den Hof füllen, wurde von der Nachrichtenplattform „1500tasvir“ veröffentlicht. Der Universitätskanzler, Mohammad Moqimi, bestätigte in einer offiziellen Erklärung am 5. Januar lediglich, dass es zu „Ordnungsmaßnahmen“ gekommen sei, um den Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten.
Hintergrund: Eskalation nach Hafttod
Der Auslöser der aktuellen Spannungen ist der Tod des 21-jährigen Kian Aslani am 28. Dezember 2025 in einem Gefängnis in Karadsch. Aslani war im November 2025 während einer Razzia in einem Studentenwohnheim in Teheran festgenommen worden. Die offizielle Todesursache laut Staatsanwaltschaft ist „Herzversagen“. Die Familie Aslanis und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderten eine unabhängige Untersuchung und verwiesen auf Berichte über Folter in iranischen Gefängnissen. Das Vorgehen gegen die Gedenkveranstaltung folgt dem Muster des umstrittenen „Gesetzes zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ruhe an Universitäten“ aus dem Jahr 2023, das Sicherheitskräften weitreichende Befugnisse auf dem Campus einräumt. Bereits im Mai 2025 waren bei ähnlichen Zusammenstößen an der Scharif-Universität für Technologie 17 Studenten festgenommen worden.
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