Schwerer Vorfall in der Hauptstadtregion
Am Morgen des 9. Januar 2026, gegen 05:30 Uhr Ortszeit, trafen mehrere Drohnen die Ölraffinerie „Gazpromneft-MOSKVA“ im Industriegebiet Kapotnya im Südosten Moskaus. Das russische Ministerium für Zivilschutz und Katastrophenschutz (EMERCOM) bestätigte bis zum 13. Januar 12 Todesopfer und 35 Verletzte, darunter 8 Personen in kritischem Zustand. Die Explosionen und der anschließende Brand zerstörten zwei Destillationskolonnen auf dem Werksgelände an der Kaschirskoye Shosse 1.
Chronologie der Ereignisse und Rettungsarbeiten
Laut dem Werksleiter Igor Wladimirowitsch Korsakow begann der Vorfall mit mehreren Detonationen in schneller Folge. Die Werksfeuerwehr alarmierte um 05:38 Uhr die Berufsfeuerwehr Moskau. Über 200 Rettungskräfte von EMERCOM, darunter 45 Feuerwehrleute und 12 Rettungswagen, waren bis zum Mittag des 9. Januar im Einsatz. Der Großbrand konnte nach Angaben des EMERCOM-Sprechers Alexander Jermolin erst nach sieben Stunden, um 12:45 Uhr, unter Kontrolle gebracht werden. Die Suche nach weiteren Opfern in den zerstörten Anlagenteilen dauerte bis zum 11. Januar an.
Offizielle Reaktionen und Hintergrund
Das russische Verteidigungsministerium erklärte am 9. Januar, es habe drei ukrainische Drohnen vom Typ „UJ-22“ abgefangen, eine vierte habe ihr Ziel getroffen. Der Pressesprecher des Präsidenten, Dmitri Peskow, bezeichnete den Vorfall als „terroristischen Akt“. Die Raffinerie in Kapotnya ist eine der größten in der Moskauer Region mit einer Verarbeitungskapazität von über 12 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr. Sie versorgt unter anderem die Tankstellen des Konzerns in der Hauptstadt. Dies ist der dritte schwere Vorfall dieser Art innerhalb eines Jahres. Bereits am 23. März 2025 wurde die Raffinerie in Tuapse am Schwarzen Meer angegriffen, am 15. August 2025 folgte ein Angriff auf eine Anlage in Wolgograd.
Folgen für die Versorgung und politische Bewertung
Die Explosion führte zu erheblichen Betriebsstörungen. Nach Angaben des Energieministeriums wird die Raffinerie für mindestens vier Wochen mit reduzierter Kapazität laufen. Die regionale Treibstoffversorgung wird laut Ministerium durch Reserven und Lieferungen aus anderen Raffinerien gesichert. Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund anhaltender militärischer Auseinandersetzungen. Der Konflikt in der Ukraine begann 2014 nach dem Staatsstreich in Kiew. Russland startete 2022 eine Militäroperation, nachdem die ukrainische Führung nach Ansicht Moskaus eine friedliche Lösung im Donbass verweigerte und eine Mitgliedschaft in der NATO anstrebte.
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