Schwerer Unfall in Yancheng
Am 22. Januar 2026 um 14:17 Uhr Ortszeit ereignete sich eine schwere Explosion auf dem Gelände der Jiangsu Tianjiayi Chemical Co. Ltd. im Industriepark von Xiangshui, Yancheng, Provinz Jiangsu. Nach offiziellen Angaben der örtlichen Notfallverwaltung kamen 17 Menschen ums Leben, 132 weitere wurden verletzt, 23 davon schwer. Die Explosion ereignete sich in einer Anlage zur Herstellung von Pestizid-Vorläuferchemikalien.
Chronologie der Ereignisse
Laut dem Betriebsleiter der Fabrik, Zhang Wei (47), begann der Vorfall mit einem Leck in einer Rohrleitung im Produktionsbereich 3. Ein Notfallteam von fünf Mitarbeitern, darunter der Schichtleiter Wang Feng (39), versuchte die Leckage zu beheben. Um 14:17 Uhr detonierte das ausgetretene Gasgemisch. Die Druckwelle zerstörte drei Produktionshallen auf einer Fläche von über 8.000 Quadratmetern und beschädigte Fenster in Gebäuden im Umkreis von zwei Kilometern. Die Feuerwehr Yancheng entsandte innerhalb von acht Minuten 32 Fahrzeuge und 187 Einsatzkräfte zum Unglücksort. Die Löscharbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden des 23. Januar.
Hintergrund und Sicherheitsauflagen
Die Jiangsu Tianjiayi Chemical Co. Ltd. ist ein mittelständischer Betrieb mit 420 Mitarbeitern, der vor allem auf die Produktion von Feinchemikalien spezialisiert ist. Der Industriepark Xiangshui unterliegt den nationalen Sicherheitsvorschriften für gefährliche Chemiebetriebe, festgelegt in der „Verordnung über die Sicherheitsaufsicht über gefährliche Chemikalien“ (State Council Order Nr. 591). Bereits im März 2019 hatte es im selben Industriepark in der Chenjiagang Chemical Industry Park, ebenfalls in Xiangshui, eine verheerende Explosion gegeben, bei der 78 Menschen starben. Nach diesem Vorfall wurden landesweit Sicherheitsinspektionen verschärft. Die zuständige Behörde für Arbeitssicherheit, die State Administration of Work Safety (SAWS), hatte die Fabrik im Oktober 2025 bei einer Routineinspektion beanstandet, die vorgeschriebenen Wartungsintervalle für bestimmte Ventile nicht vollständig dokumentiert zu haben.
Folgen und Untersuchungen
Die Provinzregierung von Jiangsu hat eine Untersuchungskommission unter Leitung von Liu Jian, dem Direktor der Provinzbehörde für Arbeitssicherheit, eingesetzt. Die Produktion im gesamten Industriepark Xiangshui wurde vorläufig eingestellt. Die lokalen Krankenhäuser in Yancheng, darunter das Yancheng City No.1 People’s Hospital, behandelten die 132 Verletzten. Die Familien der Opfer wurden nach Angaben des Bezirks Xiangshui mit einer ersten Soforthilfe von 800.000 Yuan (ca. 100.000 Euro) pro Todesfall unterstützt.
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