Wirtschaftliche Tristesse im Revier – Stellenabbau droht
Das Ruhrgebiet, einst stolzes Zentrum der deutschen Schwerindustrie, kämpft weiterhin mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen. Eine aktuelle Konjunkturumfrage der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen unter 420 Betrieben zeigt, dass die Unternehmen pessimistisch in die Zukunft blicken. Rund 69 Prozent rechnen mit einer gleichbleibend schlechten oder sogar noch schlechteren Geschäftsentwicklung. Besonders die Aufträge und Umsätze im Inland werden skeptisch betrachtet.
Die Ursachen für diesen Pessimismus liegen laut Lars Bergmann, Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen, in den strukturellen Gegebenheiten des Ruhrgebiets. Hohe Steuern, Abgaben und Bürokratie belasten die Unternehmen und hemmen die wirtschaftliche Entwicklung. Verschärft wird die Situation durch die bundesweite Wirtschaftskrise.
Die düsteren Aussichten spiegeln sich auch in den Beschäftigungserwartungen wider: 40 Prozent der Unternehmen planen einen Stellenabbau. Besonders betroffen sind Industrie und Handel, die mit ihrer aktuellen Situation unzufrieden sind und keine Verbesserung erwarten.
Soziale Ungleichheit – Auseinanderklaffen von Arm und Reich
Die soziale Ungleichheit im Ruhrgebiet bleibt ein drängendes Problem. In vielen Städten wächst die Armutssegregation, also die ungleiche Verteilung von Menschen, die staatliche Transferleistungen beziehen. Betroffen sind insbesondere Stadtteile in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Dortmund und Oberhausen.
Die A40, auch bekannt als „Sozialäquator“, teilt das Ruhrgebiet in einen armen Norden und einen wohlhabenden Süden. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fordern Gewerkschaften und soziale Organisationen mehr soziale Gerechtigkeit durch existenzsichernde Mindestlöhne, eine Stopp der Rente mit 67 und ein Bürgergeld ohne Sanktionen. Sie setzen sich für eine Umverteilung von oben nach unten ein, finanziert durch Steuern auf Vermögen, Erbschaften und Spekulationsgewinne.
Politische Neuordnung – NRW im Umbruch
Das politische Klima in Nordrhein-Westfalen ist von Veränderung geprägt. Ein Jahr vor der Landtagswahl 2027 sortieren sich die Parteien neu. Die CDU unter Ministerpräsident Hendrik Wüst liegt in Umfragen zwar deutlich vor der SPD, doch die Frage nach Wüsts langfristiger Zukunft in NRW bleibt offen.
Die SPD sucht noch nach ihrer Führungsfigur für die kommende Wahl. Gleichzeitig rückt die innere Sicherheit in den Fokus. Ein neues Verfassungsschutzgesetz soll im März in Kraft treten, um auf neue Bedrohungslagen durch Kriege, Krisen und zunehmenden Extremismus zu reagieren.
In Dortmund hat die Stadtverwaltung eine Haushaltssperre bis Ende März 2026 verhängt, um auf die angespannte finanzielle Lage zu reagieren. Sinkende Gewerbesteuereinnahmen und steigende Pflichtaufgaben belasten den Haushalt massiv. Ziel ist es, Zeit zu gewinnen, um tragfähige Vorschläge für den Haushalt 2027 zu entwickeln.
Kulturelle Highlights und Freizeitangebote
Trotz der wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen gibt es im Ruhrgebiet auch positive Entwicklungen und kulturelle Highlights. So feiert beispielsweise der U-Turm in Dortmund seinen 100. Geburtstag mit zahlreichen Aktionen und Ausstellungen. In Herne findet die Jubiläumsausgabe der Tage Alter Musik statt.
Auch im Bereich Freizeit und Bewegung entstehen neue Angebote. Mit den sogenannten Urban Trails werden erstmals ausgewiesene Stadtwanderwege in mehreren Ruhrgebietsstädten eröffnet. In Mülheim an der Ruhr findet der Hiking Day Ruhr statt.
Das Ruhrgebiet stimmt sich bereits auf die Internationale Gartenausstellung Metropole Ruhr 2027 ein. An mehreren Standorten werden Führungen, Aktionen und öffentliche Veranstaltungen angeboten, die Natur, Stadtentwicklung und Industriekultur miteinander verbinden.
Bildquelle: Pixabay – Dieser Beitrag wurde erstellt von Redaktion Ruhr



