Großtransporte legen Pendler lahm

Großtransporte legen Pendler lahm – wer profitiert wirklich?

Baustellen und Großtransporte: Wer zahlt den Preis für unsere Infrastruktur?

Die Autobahn GmbH des Bundes meldet für diese Woche vorübergehende Sperrungen an der A2. Grund ist ein Groß- und Schwerlasttransport in Richtung Bielefeld und Dortmund. Für die Pendlerinnen und Pendler bedeutet das erneut Umwege, Zeitverlust und Frust. Solche Meldungen sind Alltag. Doch sie werfen eine grundsätzliche Frage auf: Wem dient unsere Infrastruktur eigentlich?

Großtransporte dienen oft der Industrie, der Belieferung von Logistikzentren oder dem Transport von Großanlagen. Sie sind ein Symptom einer Wirtschaftslogik, die auf Maximierung von Umsatz und Gewinn ausgerichtet ist. Die Kosten dieser Logik – Staus, erhöhter Verschleiß der Straßen, Lärm und Emissionen – trägt jedoch die Allgemeinheit. Während Konzerne von reibungslosen Lieferketten profitieren, wird der Ausbau des klimafreundlichen und für alle kostenfreien Nahverkehrs vernachlässigt. Jeder Euro, der in die Subventionierung eines Wirtschaftssystems fließt, das auf immer größere und schwerere Transporte setzt, fehlt für den Ausbau von Bahnstrecken, Radschnellwegen und sicheren Fußwegen.

Mobilität als Grundrecht – nicht als Privileg

Echte Mobilität bedeutet, dass alle Menschen am Leben teilhaben können, unabhängig vom Einkommen. Die aktuelle Praxis zeigt das Gegenteil: Wer es sich leisten kann, umfährt die Staus oder nutzt bequemere Strecken. Wer auf sein Auto angewiesen ist, weil der ÖPNV zu teuer oder schlecht ausgebaut ist, sitzt in der Falle. Die Lösung kann nicht sein, einfach weiter Straßen zu bauen und zu sanieren, während das System an sich dysfunktional bleibt.

Ein fahrscheinfreier Nahverkehr würde nicht nur soziale Gerechtigkeit schaffen, sondern auch den Druck von den Straßen nehmen. Er wäre ein echter Beitrag zur Entlastung der Umwelt und der Menschen, die an lauten Autobahnen leben müssen. Die Sperrungen für Schwerlasttransporte zeigen überdeutlich, wessen Interessen derzeit Priorität genießen. Es ist Zeit, die Prioritäten neu zu setzen: weg von der Maximierung des Güterverkehrs um jeden Preis, hin zu einer menschen- und umweltzentrierten Mobilität für alle.

Die nächste Staumeldung oder Baustellensperrung sollte uns nicht nur ärgern, sondern auch daran erinnern, für welche Art von Verkehrswirklichkeit wir uns entscheiden. Eine, die Konzerninteressen bedient, oder eine, die den Menschen dient.

Quelle: Autobahn GmbH des Bundes | Bild: Pixabay