Indische Polizei löst Protestlager von Bauern in Haryana auf, 12 Verletzte

Indische Polizei löst Protestlager von Bauern in Haryana auf, 12 Verletzte

Am 30. Dezember 2025 löste die Polizei des Bundesstaates Haryana ein Protestcamp von Bauern nahe der Grenze zu Delhi gewaltsam auf. Bei den Auseinandersetzungen wurden nach offiziellen Angaben mindestens 12 Personen verletzt, darunter 8 Polizisten und 4 Demonstranten.

Chronologie der Ereignisse

Die Räumung des Camps bei der Ortschaft Shambhu an der Nationalstraße NH-44 begann um 6:30 Uhr morgens. Beamte der Haryana Police, darunter Einheiten der paramilitärischen Rapid Action Force (RAF), setzten Wasserwerfer, Tränengas und Schlagstöcke ein, um etwa 500 protestierende Bauern zu vertreiben. Der Sprecher der Bauerngewerkschaft Kisan Mazdoor Morcha, Sarwan Singh Pandher, erklärte, die Polizei habe ohne Vorwarnung angegriffen. Der Polizeichef des Distrikts Patiala, Varun Sharma, bestritt dies und sagte, es sei zuvor eine letzte Aufforderung zum Verlassen des Geländes ergangen.

Hintergrund und Forderungen

Die Bauern protestieren für eine gesetzliche Garantie für Mindeststützungspreise (MSP) für alle 23 landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Ein entsprechendes Gesetz, das ‚MSP Guarantee Act‘, wurde von der Regierung unter Premierminister Narendra Modi bisher abgelehnt. Die aktuellen Proteste sind eine Wiederaufnahme der massiven Bauernproteste von 2020/21, bei denen Zehntausende ein Jahr lang die Zufahrtsstraßen nach Delhi blockiert hatten. Die damalige Regierung hatte im Dezember 2021 drei umstrittene Agrargesetze zurückgenommen, die Forderung nach einem MSP-Gesetz aber nicht erfüllt.

Aktuelle Lage und Reaktionen

Nach der Räumung des Camps haben sich die Bauernführer, darunter Pandher und Jagjit Singh Dallewal von der Gewerkschaft Samyukt Kisan Morcha (Non-Political), zu Beratungen zurückgezogen. Die Polizei hat an der Grenze zwischen Haryana und Delhi massive Absperrungen aus Betonblöcken und Stacheldraht errichtet. Der Innenminister von Haryana, Anil Vij, verteidigte das Vorgehen der Polizei als notwendig, um die ‚öffentliche Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten‘.

Bildquelle: Pixabay