Geiseldrama in Aachen 1999: Eskalation in der Landeszentralbank forderte Todesopfer

Geiseldrama in Aachen 1999: Eskalation in der Landeszentralbank forderte Todesopfer
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Das Geiseldrama von Aachen 1999: 50 Stunden Angst und ein tödlicher Schuss

Es war kurz vor Weihnachten, am 20. Dezember 1999, als ein schwer bewaffneter Mann die Stadt Aachen und die nahegelegene Gemeinde Würselen in Atem hielt. Adnan Hodzic, ein 46-jähriger polizeibekannter Schwerverbrecher mit bosnischen Wurzeln, stürmte die Filiale der Kötter Unternehmensgruppe in Würselen. Was als Stresstest für die Angestellten begann, entwickelte sich schnell zu einem gefährlichen Geiseldrama.

Hodzic, maskiert und mit Handgranaten sowie einer Pistole bewaffnet, zwang die Angestellten, die Tresore zu öffnen. Mit der geringen Beute nicht zufrieden, nahm er den Geschäftsführer Rudolf Becker und zwei weitere Angestellte als Geiseln. Ihr Ziel: die Landeszentralbank (LZB) in Aachen, nur wenige Kilometer entfernt.

Der Nervenkrieg in der Landeszentralbank

In der LZB eskalierte die Situation. Die Polizei riegelte das Gebiet ab, 700 Beamte waren im Einsatz. Hodzic drohte, die Geiseln zu erschießen, sollte man ihm nicht freie Bahn gewähren. Er fesselte einen 30-jährigen Fahrer an ein Rohr und verband ihn mit dem Splint einer Handgranate – ein falsche Bewegung hätte den Tod bedeutet.

Die Kommunikation mit dem Geiselnehmer lief über Rudolf Becker, der ruhig und gefasst agierte, was zwischenzeitlich sogar Misstrauen erregte. Die Forderungen des Täters waren unklar, die Motive schienen im Dunkeln zu liegen.

Ein tödlicher Rettungsschuss beendet das Drama

Nach fast 50 Stunden des Bangens und Verhandelns spitzte sich die Lage zu. Am 22. Dezember 1999 gelang es einem Scharfschützen der Polizei, Adnan Hodzic mit einem финален Rettungsschuss zu töten. Alle drei Geiseln überlebten, wenn auch mit Verletzungen – eine Frau erlitt Schussverletzungen, ein anderer wurde durch Granatsplitter verwundet.

Das Geiseldrama von Aachen ging als eine der längsten und aufsehenerregendsten Geiselnahmen in die deutsche Kriminalgeschichte ein. Die Ereignisse offenbarten die Abgründe eines mehrfach vorbestraften Gewalttäters und die nervenzerreißende Anspannung für Geiseln und Einsatzkräfte. Der Fall ist bis heute präsent, nicht zuletzt durch die Aufarbeitung in dem True-Crime-Podcast „Akte Grenzland“ der Aachener Zeitung.

Quellen: Informationen stammen aus Medienberichten, Polizeiberichten und dem True-Crime-Podcast „Akte Grenzland“ der Aachener Zeitung.

Bildquelle: Pixabay – Dieser Beitrag wurde erstellt von Kriminalarchiv Ac