Bauernproteste in Deutschland: Streit um Agrardiesel, Höfesterben und EU-Vorgaben

Bauernproteste in Deutschland: Streit um Agrardiesel, Höfesterben und EU-Vorgaben
Quelle: KI-generiert

Bauernproteste und ihre Ursachen: Ein Überblick der aktuellen Lage

Die Situation der Landwirte ist weiterhin angespannt, geprägt von Protesten, wirtschaftlichem Druck und politischen Auseinandersetzungen. Im Fokus stehen dabei Themen wie Agrardiesel, das Höfesterben, die Marktmacht der Supermarktketten und EU-Vorgaben.

Agrardiesel: Subventionen und ihre Bedeutung

Ein zentraler Streitpunkt ist der Agrardiesel. Die schwarz-rote Koalition hatte im November 2025 beschlossen, die von der vorherigen Regierung beschlossene Abschaffung der Subventionen wieder rückgängig zu machen. Ab 2026 können sich Betriebe der Land- und Forstwirtschaft 21,48 Cent pro Liter Diesel von der Energiesteuer zurückerstatten lassen. Landwirtschaftsminister Rainer (CSU) bezeichnete dies als „echte Entlastung“. Kritiker, insbesondere die Grünen, bemängeln, dass Subventionen auf Diesel in dieser Höhe keine Antwort auf die aktuellen Probleme seien.

Höfesterben: Ursachen und Lösungsansätze

Das Höfesterben in Deutschland setzt sich fort. Studien zufolge wird sich die Zahl der Bauernhöfe in den nächsten 20 Jahren nochmals halbieren. Besonders betroffen sind kleinere und mittlere Familienbetriebe. Ursachen sind unter anderem Bodenspekulation, Massentierhaltung und die Konzentration von Groß-Agrarbetrieben. Initiativen wie die Kulturland eG versuchen, dem entgegenzuwirken, indem sie Land für Höfe retten. Jedes Jahr geben etwa 3 Prozent der Höfe bundesweit auf, was 8.000 Betrieben entspricht.

Macht der Supermarktketten: Preisdruck und Abhängigkeit

Ein weiteres Problem ist die Marktmacht der Supermarktketten. Vier große Ketten beherrschen über 85 % des Marktes: Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz Gruppe (Lidl und Kaufland). Landwirte sind oft einseitig vom Absatz über den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) abhängig. Insider berichten, dass Preisverhandlungen auf Augenhöhe nicht mehr existieren. Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigte, dass Supermarktketten ihren Lieferanten Preise diktieren und mit Drohungen arbeiten. Die Grünen fordern daher eine Preisvergleichs-App für Lebensmittel, um die Macht der Ketten zu beschränken und mehr Transparenz zu schaffen. Sie wollen verbieten, dass Handelsketten Produkte unter den Produktionskosten einkaufen dürfen.

EU-Vorgaben: Bürokratie und Kritik

Auch EU-Vorgaben sorgen für Unmut. Viele Landwirte kritisieren eine zunehmende Bürokratie und praxisferne Vorgaben durch den EU-Green Deal. Statt weiterer Auflagen fordern sie klare und umsetzbare Regeln, ausreichend zugelassene Pflanzenschutzmittel und eine bedarfsgerechte Düngung. Die EU will mit der Entwaldungsverordnung den Schutz der Wälder weltweit stärken, doch es gibt Bedenken hinsichtlich der Umsetzung und des Praxisbezugs. Einige Landwirtschaftsminister werfen der EU-Kommission vor, den Kontakt zum Agrarsektor verloren zu haben.

Proteste und Forderungen

Die genannten Probleme führen zu anhaltenden Protesten der Landwirte. Sie demonstrieren gegen die Politik, fordern faire Bedingungen und eine Rücknahme von Kürzungen. Dabei kritisieren sie nicht nur die Regierung, sondern auch die Marktmacht der Supermarktketten und die Vorgaben der EU.

Bildquelle: KI-generiert – Dieser Beitrag wurde erstellt von Agrar-Redaktion