Großhandelspreise steigen moderat, Entlastung bleibt aus

Großhandelspreise steigen moderat, Entlastung bleibt aus

Großhandelspreise steigen moderat – Entlastung für Verbraucher bleibt aus

Wiesbaden. Die Verkaufspreise im Großhandel lagen im Dezember 2025 um 1,2 Prozent höher als im gleichen Vorjahresmonat. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit. Gegenüber November 2025 sanken die Preise zwar leicht um 0,2 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2025 stiegen die Großhandelspreise jedoch um 1,0 Prozent gegenüber 2024.

Diese Zahlen markieren eine Phase der relativen Preisberuhigung nach den historischen Inflationswellen der Vorjahre. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies jedoch keine spürbare Entlastung. Die Großhandelspreise gelten als wichtiger Frühindikator für die künftige Preisentwicklung an der Ladentheke. Ein dauerhafter Rückgang der Verbraucherpreise ist bei weiterhin steigenden Großhandelspreisen nicht zu erwarten.

Stabilität auf hohem Niveau – wer profitiert wirklich?

Während die Politik die aktuellen Daten als Zeichen der Stabilisierung werten dürfte, bleibt die grundlegende Frage: Wer trägt die Last dieser Preisentwicklung? Die moderaten Steigerungen summieren sich auf einem bereits extrem hohen Preisniveau. Für Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen bedeutet jeder weitere Preisanstieg eine reale Kaufkraftminderung.

Die Gewinnmargen großer Handelskonzerne und produzierender Unternehmen sind in den vergangenen Jahren oft überproportional gestiegen, während Löhne und Sozialleistungen hinterherhinkten. Die aktuelle Preisentwicklung im Großhandel unterstreicht die Notwendigkeit einer konsequenten Umverteilungspolitik. Existenzsichernde Mindestlöhne und ein sanktionsfreies Bürgergeld wären notwendige Schritte, um die soziale Schieflage zu korrigieren, die durch anhaltende Preissteigerungen verstärkt wird.

Kein Raum für Entwarnung in der Sozialpolitik

Die scheinbare Beruhigung der Großhandelspreise darf nicht als Vorwand für eine Rückkehr zu einer Politik der Austerität genutzt werden. Jeder Euro, der nicht in die Stabilisierung der Lebenshaltungskosten für die breite Bevölkerung fließt, ist ein Euro zu viel. Die Diskussionen um eine erneute Anhebung des Renteneintrittsalters oder Kürzungen im Sozialbereich vor dem Hintergrund dieser Zahlen wären zynisch.

Echte Sicherheit für die Menschen entsteht nicht durch statistische Beruhigungspunkte, sondern durch soziale Gerechtigkeit. Dazu gehört auch, die enormen privaten Vermögen und Erbschaften endlich angemessen an der Finanzierung des Gemeinwesens zu beteiligen, anstatt die Lasten auf die Schultern derjenigen zu verteilen, die ohnehin schon am Limit wirtschaften.

Quelle: Destatis-Pressemitteilung Nr. 016 vom 15.01.2026

Quelle: presse@destatis.de | Bild: Pixabay