Deutsche Industrie erholt sich überraschend, Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Deutsche Industrie erholt sich überraschend, Arbeitsmarkt bleibt angespannt
Quelle: KI-generiert

Deutsche Industrie überrascht mit Erholungskurs – Arbeitsmarkt weiterhin angespannt

Die deutsche Wirtschaft zeigt ein gemischtes Bild zu Beginn des Jahres 2026. Während die Industrie überraschend Anzeichen einer Erholung signalisiert, bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt angespannt. Besonders betroffen sind der Mittelstand und das Handwerk, die mit steigenden Insolvenzen und Nachfolgeproblemen zu kämpfen haben.

Industrieproduktion steigt – Automobilbranche als Zugpferd

Die deutsche Industrie erlebt eine unerwartete Trendwende. Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe ist im November überraschend um 0,8 Prozent gestiegen. Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet, doch Zuwächse in der Automobilindustrie trugen maßgeblich zu diesem positiven Ergebnis bei. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Fertigung in der Autoindustrie um 7,8 Prozent im Monatsvergleich. Auch der Maschinenbau leistete einen positiven Beitrag, während die Energieerzeugung einen Rückgang von 7,8 Prozent verzeichnete.

Ökonomen sehen in diesen Zahlen ein Zeichen für ein mögliches Ende der Krise. Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) kommentierte, dass es langsam aufwärts gehe mit der Konjunktur der deutschen Industrie. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, mahnt jedoch zur Vorsicht. Seiner Ansicht nach bewegen sich die Aufträge seit Jahresbeginn 2024 immer noch seitwärts, ohne klaren Aufwärtstrend.

Arbeitslosigkeit steigt – Erholung erst 2026 erwartet

Die Wirtschaftsflaute macht sich weiterhin auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Im Dezember stieg die Zahl der Arbeitslosen um 23.000 auf 2,908 Millionen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 6,2 Prozent. Andrea Nahles, Chefin der Bundesagentur für Arbeit, erklärte, dass dem Arbeitsmarkt weiterhin wirtschaftlicher Rückenwind fehle.

Einige Experten sehen jedoch Anzeichen dafür, dass die Talsohle erreicht ist. Eine Erholung des Arbeitsmarktes wird jedoch erst für Mitte 2026 erwartet. Besonders betroffen von Arbeitslosigkeit sind schwerbehinderte Menschen.

Inflation sinkt leicht – Energiepreise bleiben ein Problem

Die Inflation in Deutschland ist im Dezember auf 2,0 Prozent gesunken und hat damit den tiefsten Stand seit gut einem Jahr erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins von Mitte 2024 bis Mitte 2025 achtmal auf aktuell zwei Prozent gesenkt, da der Preisdruck insgesamt nachgelassen hat.

Trotz des leichten Rückgangs der Inflation bleiben die Energiepreise ein Problem, insbesondere aufgrund der frostigen Temperaturen im Winter. Verbraucher, die mit Öl heizen, müssen mit moderat höheren Kosten rechnen (plus 2,4 Prozent). Die Bundesregierung plant Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise, insbesondere für energieintensive Unternehmen. Ein vergünstigter Strompreis von etwa fünf Cent pro Kilowattstunde soll für die Jahre 2026 bis 2028 gelten.

DAX eilt von Rekord zu Rekord

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen eilt der DAX von Rekord zu Rekord. In den ersten acht Handelstagen des neuen Jahres erreichte der DAX bisher sieben neue Allzeithochs. Seit Jahresbeginn steht bereits eine Performance von 3,8 % zu Buche. Am Dienstag schloss er bei 25.421 Punkten.

Thomas Altmann von QC Partners kommentierte, dass Chinas neue Handelszahlen eine gute Nachricht für die deutsche Wirtschaft seien. Er warnte jedoch auch, dass der HDax, der die 110 größten und liquidesten deutschen Aktien abbildet, aus technischer Sicht längst „massiv überkauft“ sei.

Mittelstand und Handwerk unter Druck – Nachfolgeprobleme und steigende Insolvenzen

Der Mittelstand und das Handwerk sehen sich weiterhin großen Herausforderungen gegenüber. Viele Betriebe klagen über hohe Kosten, Bürokratie und Fachkräftemangel. Ein weiteres Problem ist die Nachfolge: Immer mehr Inhaber finden keinen Nachfolger für ihren Betrieb. Laut einer Sonderauswertung des Mittelstandspanels der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) plant jedes vierte mittelständische Unternehmen in Deutschland, nach dem Ausscheiden der jetzigen Inhaber zu schließen.

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, forderte die Regierung auf, die für 2027 geplante Einkommensteuersenkung auf dieses Jahr vorzuziehen. Er betonte, dass eine solche Entlastung auch die vielen mittelständischen Betriebe erreichen müsse, die investieren, ausbilden und Arbeitsplätze sichern.

Bildquelle: KI-generiert – Dieser Beitrag wurde erstellt von Wirtschaftsredaktion