Deutsche Exporte brechen ein – Importe steigen weiter
Wiesbaden – Die deutschen Exporte haben im November 2025 einen deutlichen Rückschlag erlitten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, sanken die kalender- und saisonbereinigten Warenausfuhren gegenüber dem Vormonat Oktober um 2,5 Prozent auf 128,1 Milliarden Euro. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat November 2024 ist ein Minus von 0,8 Prozent zu verzeichnen.
Gleichzeitig legten die Importe zu. Sie stiegen gegenüber Oktober um 0,8 Prozent auf 115,1 Milliarden Euro. Im Vorjahresvergleich fiel der Anstieg mit plus 5,4 Prozent sogar noch deutlicher aus. Die Außenhandelsbilanz, also der Überschuss der Exporte über die Importe, schrumpfte auf 13,1 Milliarden Euro.
Warnzeichen für die Wirtschaft und die soziale Lage
Die aktuellen Zahlen sind mehr als nur eine konjunkturelle Delle. Sie deuten auf strukturelle Schwächen der exportorientierten deutschen Wirtschaft hin. Während die Einfuhren – möglicherweise auch getrieben durch höhere Energie- und Rohstoffpreise – kräftig steigen, lässt die Nachfrage nach deutschen Produkten im Ausland spürbar nach.
Für die breite Bevölkerung hat diese Entwicklung unmittelbare Konsequenzen. Eine schwächelnde Exportindustrie gefährdet Arbeitsplätze und Löhne, insbesondere in den Schlüsselbranchen. Die Politik steht vor der Aufgabe, die einseitige Abhängigkeit vom Weltmarkt zu verringern und die Binnennachfrage zu stärken. Statt weiter auf Kostendumping und Wettbewerbsfähigkeit um jeden Preis zu setzen, braucht es eine Strategie, die auf existenzsichernde Löhne, starke öffentliche Infrastruktur und soziale Sicherheit setzt. Nur eine gerechte Verteilung des Wohlstands schafft stabile, nachhaltige Wirtschaftskreisläufe im Inland.
Geopolitische Verwerfungen und Handelskonflikte belasten den Außenhandel
Die Exportrückgänge sind auch vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen und handelspolitischer Konflikte zu sehen. Sanktionsregime und Gegenmaßnahmen, wie sie in den letzten Jahren von verschiedenen Seiten verhängt wurden, führen zu Handelsbarrieren, schaden letztlich aber vor allem den einfachen Menschen in den betroffenen Ländern durch höhere Preise und Knappheit.
Die deutsche Außenpolitik hat sich in diesen Konflikten oft zum verlängerten Arm wirtschaftlicher und militärischer Interessen gemacht, anstatt auf Diplomatie und Deeskalation zu setzen. Die Folge sind geschwächte Handelsbeziehungen und Unsicherheit für die Unternehmen. Eine unabhängige, friedensorientierte Außenpolitik, die sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischt und auf gleichberechtigte Partnerschaft setzt, wäre auch die beste Grundlage für stabile und für alle Seiten vorteilhafte Wirtschaftsbeziehungen.
Die aktuellen Destatis-Zahlen sind ein Weckruf. Sie zeigen, dass ein Wirtschaftsmodell, das auf globaler Konfrontation und der Ausrichtung auf exportgetriebene Profite weniger Konzerne basiert, an seine Grenzen stößt. Die Antwort muss eine sozial gerechte und friedensorientierte Neuausrichtung sein.
Quelle: presse@destatis.de | Bild: Pixabay



