Großrazzia gegen Schleuserkringel
Bei einer bundesweiten Razzia am 27. Dezember 2025 stellten Ermittler der Bundespolizei 14 mutmaßliche Mitglieder einer internationalen Schleuserorganisation fest. Die Festnahmen erfolgten in den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden am 30. Dezember mitteilte.
Chronologie der Festnahmen
Die Durchsuchungen begannen um 6:00 Uhr morgens. Beamte durchsuchten insgesamt 18 Objekte, darunter Wohnungen und Geschäftsräume. Schwerpunkte der Operation lagen in den Städten München, Augsburg und Stuttgart. Den festgenommenen Personen, darunter sieben deutsche und sieben türkische Staatsangehörige, wird gewerbs- und bandenmäßige Schleusung von mindestens 127 Menschen aus der Türkei und Syrien nach Deutschland vorgeworfen. Das BKA spricht von einem „kommerziell organisierten Netzwerk“.
Hintergrund und Ermittlungsverfahren
Die Ermittlungen laufen seit März 2024 unter der Bezeichnung „Kleeblatt“. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, die Migranten über die sogenannte „Balkanroute“ nach Deutschland gebracht zu haben. Pro Person sollen zwischen 3.000 und 7.000 Euro kassiert worden sein. Der Gesamtschaden aus der Tat soll sich laut BKA auf über 500.000 Euro belaufen. Die mutmaßlichen Haupttäter, zwei Brüder aus der Türkei mit Wohnsitz in München, sollen die Logistik koordiniert und die Fahrer angeheuert haben. Gegen sie wurde Untersuchungshaft angeordnet.
Rechtliche Grundlagen und vorherige Vorfälle
Die Ermittlungen stützen sich auf den Paragrafen 96 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG), der die gewerbs- und bandenmäßige Einschleusung unter Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren stellt. Im Juli 2024 hatte die Bundespolizei in einer ähnlichen Aktion in Nordrhein-Westfalen eine Schleuserbande zerschlagen, die über 80 Menschen aus dem Irak geschleust hatte. Die aktuellen Festnahmen zeigen laut BKA die anhaltende Professionalisierung und Internationalisierung des Schleusergeschäfts.
Bildquelle: Pixabay



