Starkes Beben trifft dünn besiedelte Region
Am 2. Januar 2026 um 07:34 Uhr Ortszeit (00:34 Uhr UTC) erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,8 die autonome Region Xinjiang im Nordwesten Chinas. Das Epizentrum lag nach Angaben des China Earthquake Networks Center (CENC) in einer Tiefe von 10 Kilometern in der Nähe der Stadt Uchturpan im Kreis Wushi (Aksu-Präfektur), etwa 3.000 Kilometer von Peking entfernt. Die Erschütterungen waren in mehreren Provinzen zu spüren.
Hohe Opferzahlen und massive Zerstörung
Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete am 3. Januar eine vorläufige Bilanz von mindestens 127 Todesopfern. Über 700 Menschen wurden verletzt, 47 von ihnen schwer. Die Behörden registrierten mehr als 1.400 Nachbeben, das stärkste mit einer Magnitude von 5,3. Laut dem Katastrophenschutzministerium wurden über 15.000 Gebäude in 242 Dörfern beschädigt oder zerstört. Besonders betroffen waren die Gemeinden Yamansu, Kalpin und Kizilsu. Die Temperaturen fielen nach dem Beben auf bis zu minus 18 Grad Celsius.
Massenhafter Rettungseinsatz und Evakuierungen
Die chinesische Regierung entsandte über 10.000 Rettungskräfte von Feuerwehr, Polizei und Volksbefreiungsarmee in die Region. Das Ministerium für Notfallmanagement aktivierte die zweithöchste nationale Katastrophenwarnstufe (Stufe II). Mehr als 13.000 Menschen wurden aus den am stärksten betroffenen Gebieten evakuiert und in über 200 provisorischen Notunterkünften untergebracht. Die Behörden verteilten laut offiziellen Angaben mehr als 26.000 Zelte, 52.000 Decken und 5.000 Öfen an die Obdachlosen.
Hintergrund: Tektonisch aktive Zone
Die Region Xinjiang liegt in einer seismisch hochaktiven Zone am Rand des tibetischen Plateaus. Am 23. Januar 2024 hatte ein Beben der Stärke 7,1 den Kreis Wushi getroffen und drei Menschen getötet. Das jüngste Beben ereignete sich entlang der Tianshan-Bergkette, wo die eurasische und die indische Platte kollidieren. Die chinesische Regierung hat seit 2015 ein Frühwarnsystem für Erdbeben installiert, das in Urumqi, der Hauptstadt Xinjiangs, eine 72-Sekunden-Vorwarnung vor den ersten Erschütterungen auslöste.
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