Myanmars Militärjunta verhaftet 17 Aktivisten in Yangon nach Protestaktion

Myanmars Militärjunta verhaftet 17 Aktivisten in Yangon nach Protestaktion

Einleitung

Am 30. Dezember 2025 verhafteten Sicherheitskräfte der Militärjunta Myanmars mindestens 17 Aktivisten in Yangon. Die Festnahmen erfolgten bei einer geplanten Protestaktion im Stadtteil Kyauktada, wie ein Sprecher der oppositionellen Zivilen Ungehorsamkeitsbewegung (CDM) bestätigte.

Hauptteil und Chronologie

Die Verhaftungen fanden zwischen 10:30 Uhr und 12:00 Uhr Ortszeit in der Nähe des Sule Pagoda Platzes statt. Unter den Festgenommenen sind die bekannten Aktivisten Maung Zin Oo (28), Ko Htet (31) und Ma Suu (25). Ein Augenzeuge, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollte, berichtete, dass etwa 50 Sicherheitskräfte in Zivil und Uniform die Gruppe umstellten, als sie sich versammelte. Die Aktivisten planten, rote Luftballons als Symbol des Widerstands steigen zu lassen.

Ein Sprecher der Junta, Generalmajor Zaw Min Tun, bestätigte die Festnahmen am 31. Dezember. Er erklärte, die Gruppe habe gegen das Gesetz 505/A verstoßen, das „Verbreitung von falschen Nachrichten“ unter Strafe stellt. Die 17 Personen befinden sich im Insein-Gefängnis in Yangon. Ihnen drohen Haftstrafen von bis zu drei Jahren.

Hintergrund

Die Aktion ist Teil einer anhaltenden Repressionswelle gegen jegliche oppositionelle Aktivität seit dem Militärputsch vom 1. Februar 2021. Das Gesetz 505/A des Strafgesetzbuches wird systematisch eingesetzt, um Kritiker zum Schweigen zu bringen. Laut der lokalen Monitoring-Gruppe Assistance Association for Political Prisoners (AAPP) sitzen in Myanmar aktuell über 26.000 politische Gefangene ein. Allein im Dezember 2025 wurden landesweit mehr als 200 Personen aus politischen Gründen festgenommen. Der Sule Pagoda Platz war bereits am 8. Dezember 2025 Schauplatz einer ähnlichen Razzia, bei der 12 Personen verhaftet wurden.

Bildquelle: Pixabay