Einleitung
Ein massiver Stromausfall hat am 9. Januar 2026 weite Teile Nordindiens lahmgelegt. Nach Angaben des staatlichen Netzbetreibers Grid Controller of India Ltd. (GRID-INDIA) waren mindestens 200 Millionen Menschen in den Bundesstaaten Delhi, Uttar Pradesh, Punjab, Haryana und Rajasthan zeitweise ohne Stromversorgung.
Hauptteil: Chronologie und Details
Der Ausfall begann um 10:23 Uhr Ortszeit. Die nationale Lastverteilzentrale in Delhi meldete einen plötzlichen Frequenzabfall im Northern Regional Grid von 50 Hertz auf 48,2 Hertz. Innerhalb von 12 Minuten brach die Versorgung in großen Teilen des Netzes zusammen. Der Minister für Energie und erneuerbare Energien, R. K. Singh, bestätigte in einer Pressekonferenz um 14:00 Uhr, dass es sich um einen „kaskadierenden Netzausfall“ handelte, der durch die Trennung einer 400-Kilovolt-Leitung bei Bhiwani in Haryana ausgelöst worden sei.
Der Chef von GRID-INDIA, S. R. Narasimhan, erklärte, die Wiederherstellung des Netzes habe über sieben Stunden gedauert. Bis 17:45 Uhr sei die Stromversorgung in allen betroffenen Gebieten wiederhergestellt gewesen. Der Verkehr in Delhi kam zum Erliegen, da Ampeln und die Metro außer Betrieb waren. Die Delhi Metro Rail Corporation (DMRC) stellte den Betrieb auf allen sechs Linien für drei Stunden ein, was 3,5 Millionen tägliche Pendler betraf.
Hintergrund: Warum ist das passiert?
Das nordindische Stromnetz ist für ähnliche Vorfälle anfällig. Am 30. und 31. Juli 2012 erlebte Indien den bis dahin größten Stromausfall der Geschichte, der über 620 Millionen Menschen in 22 Bundesstaaten traf. Auslöser war damals ebenfalls die Überlastung regionaler Netze. Ein Bericht des Central Electricity Authority (CEA) von 2024 wies auf die anhaltende Überlastung der Übertragungsinfrastruktur und unzureichende Investitionen in die Netzstabilität hin.
Das indische Stromnetz ist in fünf regionale Verbundnetze unterteilt, die seit 2014 alle synchronisiert sind. Diese Synchronisierung erhöht die Effizienz, macht das System aber auch anfälliger für kaskadierende Ausfälle, wenn ein Teil versagt. Der aktuelle Vorfall ereignete sich trotz der Einrichtung des Real Time Market (RTM) für Strom im Jahr 2020, der Engpässe ausgleichen soll. Konkrete Gesetzesinitiativen zur Modernisierung der physischen Infrastruktur, wie der „Green Energy Corridors“-Plan, kommen laut Branchenexperten nur langsam voran.
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