Ein Erdbeben der Stärke 6,2 hat am 3. Januar 2026 um 02:09 Uhr Ortszeit den Kreis Wushi (Uqturpan) im Autonomen Gebiet Xinjiang im Nordwesten Chinas erschüttert. Nach offiziellen Angaben des chinesischen Erdbebenzentrums (CENC) kamen mindestens 47 Menschen ums Leben, mehr als 90 weitere wurden verletzt.
Chronologie der Rettungsarbeiten
Das Epizentrum des Bebens lag bei 41,26 Grad nördlicher Breite und 78,63 Grad östlicher Länge in der Nähe der Grenze zu Kirgisistan. Die Erschütterungen waren in mehreren angrenzenden Kreisen und der Stadt Aksu zu spüren. Die Behörden aktivierten umgehend den Erdbeben-Notfallmechanismus der Stufe II. Bis zum 4. Januar waren über 1.000 Rettungskräfte der Feuerwehr, der bewaffneten Polizei und medizinisches Personal im Einsatz. Sie durchsuchten mehr als 120 eingestürzte oder schwer beschädigte Gebäude in den am stärksten betroffenen Dörfern Kalaxianger und Yamansu.
Regionale Besonderheiten und Hintergrund
Die Region Xinjiang ist seismisch hochaktiv und liegt im komplexen Kollisionsgebiet der Indischen und der Eurasischen Platte. Das Erdbeben vom 3. Januar ereignete sich im Tianshan-Gebirge, einer der seismisch aktivsten Zonen Chinas. Bereits am 23. Januar 2020 hatte ein Beben der Stärke 6,4 im benachbarten Gebiet Kaschgar 1 Person getötet. Die chinesische Regierung hat in den letzten Jahren das Überwachungsnetz für Erdbebenfrühwarnungen in Xinjiang massiv ausgebaut. Ein System, das am 3. Januar eine Vorwarnzeit von schätzungsweise 12 Sekunden für die Stadt Aksu lieferte.
Hilfsmaßnahmen und Schadensbilanz
Die lokalen Behörden richteten 13 Notunterkünfte ein, in denen bis zum 5. Januar mehr als 5.200 obdachlos gewordene Bewohner untergebracht wurden. Das Ministerium für Finanzen und das Ministerium für Notfallmanagement stellten gemeinsam 200 Millionen Yuan (rund 25 Millionen Euro) an zentralen Mitteln für Katastrophenhilfe und Wiederaufbau bereit. Nach einer ersten Schadensschätzung wurden über 7.000 Gebäude in 47 Dörfern beschädigt, darunter viele ältere Lehmziegelhäuser. Die Temperaturen in der Region fielen in den Nächten nach dem Beben auf bis zu minus 18 Grad Celsius, was die Rettungsarbeiten erschwerte.
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