Massiver Stromausfall legt Johannesburg lahm: Eskom bestätigt Systemkollaps im Megawatt-Bereich

Massiver Stromausfall legt Johannesburg lahm: Eskom bestätigt Systemkollaps im Megawatt-Bereich

Am 29. Dezember 2025 um 14:17 Uhr Ortszeit brach die Stromversorgung für weite Teile der Metropolregion Johannesburg zusammen. Der staatliche Energiekonzern Eskom meldete einen Verlust von über 2.000 Megawatt aus dem nationalen Netz, was zum kompletten Blackout in City Centre, Sandton, Rosebank und Randburg führte.

Chronologie eines Zusammenbruchs

Der Ausfall begann um 14:17 Uhr im Umspannwerk Orlando in Soweto. Laut Eskom-Sprecher Sikonathi Mantshantsha führte ein gleichzeitiger Ausfall mehrerer Generatoreinheiten im Kraftwerk Kusile, kombiniert mit einer Überlastung der Nord-Süd-Übertragungsleitung, zum kaskadierenden Netzversagen. Bis 14:45 Uhr waren schätzungsweise 3,5 Millionen Haushalte und Unternehmen in der Provinz Gauteng ohne Strom. Der Johannesburger Verkehrsdirektorate bestätigte, dass alle 1.847 robotergesteuerten Ampeln der Stadt ausfielen.

Folgen für Infrastruktur und Bevölkerung

Der Flughafen OR Tambo International stellte für drei Stunden den Betrieb ein, 87 Inlands- und 23 internationale Flüge wurden gestrichen. Das Chris Hani Baragwanath Academic Hospital in Soweto, das größte Krankenhaus der südlichen Hemisphäre, schaltete auf Notstromaggregate um. Laut Krankenhaussprecherin Nkosiyethu Mazibuko konnten 14 geplante Operationen nicht durchgeführt werden. In den Stadtteilen Hillbrow und Yeoville kam es zu vereinzelten Plünderungen. Die Polizei von Gauteng nahm 23 Personen fest.

Hintergrund: Ein marodes System

Der Blackout ist der schwerste seit dem landesweiten „Stage 6“-Loadshedding im März 2023. Südafrikas Stromnetz leidet unter jahrzehntelanger Unterinvestition und Wartungsstau. Eskoms Kraftwerksflotte, mit einem Durchschnittsalter von 41 Jahren, arbeitet unzuverlässig. Das Kusile-Kraftwerk, das 2007 mit geplanten Kosten von 80 Milliarden Rand (etwa 4,2 Mrd. Euro) begonnen wurde, ist noch immer nicht vollständig betriebsbereit. Der nationale Energieregulator Nersa hatte Eskom zuletzt im Juli 2025 eine Tariferhöhung von 12,7% verweigert und auf notwendige Effizienzsteigerungen verwiesen.

Bildquelle: Pixabay