Massaker in Kanyaruchinya: Mindestens 50 Zivilisten bei Angriff getötet

Massaker in Kanyaruchinya: Mindestens 50 Zivilisten bei Angriff getötet

Einleitung

Bei einem Angriff auf das Dorf Kanyaruchinya in der Provinz Nord-Kivu wurden am 5. Januar 2026 mindestens 50 Zivilisten getötet. Die bewaffnete Gruppe M23 wird für das Massaker verantwortlich gemacht, das sich etwa 10 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Goma ereignete.

Chronologie und Details des Angriffs

Der Angriff begann am frühen Morgen des 5. Januar gegen 5:30 Uhr Ortszeit. Bewaffnete Männer drangen in das Dorf Kanyaruchinya ein und eröffneten das Feuer auf die Bewohner. Laut dem örtlichen Zivilgesellschaftsaktivisten Mambo Kawaya wurden viele Opfer mit Macheten getötet oder in ihren Häusern verbrannt. Die kongolesische Armee (FARDC) bestätigte den Vorfall und gab eine vorläufige Opferzahl von 50 Toten an. Ein Sprecher der Armee, General Sylvain Ekenge, beschuldigte die M23-Rebellen, den Angriff ausgeführt zu haben, um die Kontrolle über das Gebiet zu festigen.

Augenzeugenberichte, die von lokalen Medien wie Actualité.cd gesammelt wurden, schildern eine systematische Durchsuchung von Häusern und die gezielte Tötung von Männern, Frauen und Kindern. Die Überlebenden flohen in das nahegelegene Flüchtlingslager von Kanyaruchinya oder nach Goma. Die humanitäre Lage vor Ort wurde durch die Anwesenheit von schätzungsweise 60.000 Vertriebenen in der Region, die bereits vor dem Angriff in Lagern lebten, weiter verschärft.

Hintergrund des Konflikts

Die M23 („Bewegung des 23. März“) ist eine bewaffnete Gruppe, die hauptsächlich aus Tutsi besteht und von Ruanda unterstützt wird, wie in mehreren UN-Berichten festgestellt wurde. Die Gruppe kontrolliert seit Ende 2022 weite Teile der Provinz Nord-Kivu. Der jüngste Angriff folgt auf eine Serie von Gewalteskalationen in der Region. Am 25. Dezember 2025 griff die M23 die Stadt Sake an, ein strategisches Tor zu Goma, und vertrieb dabei Tausende Menschen.

Die kongolesische Regierung unter Präsident Félix Tshisekedi hat die M23 und ihre ausländischen Unterstützer wiederholt für die Gewalt verantwortlich gemacht. Internationale Bemühungen, darunter die Mission der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EACRF) und die UN-Mission MONUSCO, konnten die Kämpfe bisher nicht nachhaltig beenden. MONUSCO befindet sich derzeit in einem schrittweisen Abzugsprozess, der bis Ende 2024 geplant war, jedoch verzögert wurde.

Bildquelle: Pixabay