Marokkanische Behörden verhaften 13 Aktivisten nach Protesten gegen Wasserknappheit in Zagora

Marokkanische Behörden verhaften 13 Aktivisten nach Protesten gegen Wasserknappheit in Zagora

Massnahmen gegen Demonstranten in der Sahara-Region

Die marokkanische Polizei hat am 8. Januar 2026 in der Stadt Zagora, Provinz Drâa-Tafilalet, 13 Personen festgenommen. Die Festnahmen erfolgten nach einer nicht genehmigten Demonstration, bei der etwa 200 Menschen gegen die anhaltende Wasserknappheit in der Region protestierten. Laut einer offiziellen Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft beim Berufungsgericht in Ouarzazate werden die Festgenommenen wegen „Teilnahme an einer nicht genehmigten Versammlung“, „Behinderung des Verkehrs“ und „Beleidigung von Amtspersonen“ angeklagt.

Chronologie der Ereignisse

Die Demonstration begann am Morgen des 8. Januar gegen 10:00 Uhr Ortszeit vor dem Sitz der Provinzverwaltung in Zagora. Zu den Organisatoren gehörten Mitglieder der lokalen Bürgerinitiative „Zagora: Durst und Protest“. Ein Augenzeuge, der anonym bleiben wollte, berichtete, die Menge habe Parolen wie „Wasser ist ein Recht, keine Ware“ gerufen. Gegen 11:30 Uhr rückten Einheiten der Auxiliary Forces und der nationalen Polizei ein, um den Platz zu räumen. Die Festnahmen erfolgten zwischen 11:45 Uhr und 12:30 Uhr. Die Staatsanwaltschaft ordnete die vorläufige Inhaftierung von sieben der 13 Personen an, die anderen sechs wurden unter richterliche Kontrolle gestellt.

Hintergrund der Wasserkrise

Die Region Drâa-Tafilalet leidet seit Jahren unter chronischer Dürre. Der Stausee El Mansour Eddahbi bei Ouarzazate, die Hauptwasserquelle für die Region, führte im Dezember 2025 nach Angaben der Wasserbehörde ABH Souss-Massa-Draa nur noch zu 12 Prozent seiner Kapazität. Bereits im Sommer 2023 hatte die Wasserverteilung in Zagora zeitweise auf 48 Stunden pro Woche rationiert werden müssen. Ein Gesetz von 2021 (Gesetz 36-15) regelt die Nutzung von Wasserressourcen und sieht strenge Strafen für illegale Entnahmen vor, was von lokalen Landwirten kritisiert wird. Die aktuelle Protestwelle begann im November 2025, nachdem die Behörden die Wasserzufuhr für landwirtschaftliche Flächen um weitere 30 Prozent gekürzt hatten.

Bildquelle: Pixabay