Bei einer schweren Explosion in einer illegal betriebenen Sprengstoff-Fabrik im Ort Appiate in der Western Region Ghanas sind am Dienstag, dem 23. Dezember 2025, mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Laut Polizeiangaben wurden über 50 Personen verletzt, als gegen 14:30 Uhr Ortszeit ein Gebäude in der Nähe der Hauptstraße nach Bogoso in die Luft flog.
Chronologie und Details der Katastrophe
Die Explosion ereignete sich in einer als Wohnhaus getarnten Werkstatt, in der laut dem Polizeichef der Region, Superintendent Aduhene Boachie, illegale Sprengstoffmischungen für den Bergbau hergestellt wurden. Augenzeugen wie der Anwohner Kwame Asare beschrieben gegenüber lokalen Medien eine erste Detonation, gefolgt von einer größeren zweiten Explosion, die ein Feuer auslöste. Die Druckwelle zerstörte Dächer in einem Umkreis von etwa 200 Metern. Rettungskräfte der National Fire Service und des National Disaster Management Organisation (NADMO) bargen bis zum Abend 17 Leichen aus den Trümmern. 52 Verletzte wurden in die Krankenhäuser in Bogoso, Tarkwa und Takoradi gebracht, darunter 12 Personen in kritischem Zustand.
Hintergrund: Wiederholte Vorfälle und regulatorisches Versagen
Der Vorfall ist kein Einzelfall. Am 20. Januar 2022 kamen in Appiate bei der Explosion eines Lastwagens, der Sprengstoff für den legalen Bergbaukonzern Maxam transportierte, 13 Menschen ums Leben. Dies führte zur Verabschiedung des „Explosives Act, 2023“ (Act 1117), der die Lagerung und den Transport von Sprengstoffen strenger regeln sollte. Der aktuelle Vorfall offenbart jedoch die anhaltende Praxis illegaler, kleinformatiger Sprengstoffherstellung („galamsey“-Sprengstoff), die von der Minerals Commission und der Polizei trotz wiederholter Zwischenfälle nicht wirksam unterbunden wird. Der Polizeisprecher für die Region, Inspector Isaac Evans Ettie, bestätigte, dass gegen die Betreiber der illegalen Werkstatt, deren Identitäten noch ermittelt werden, wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird.
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