Explosion in illegaler Raffinerie im Niger Delta tötet mindestens 15 Menschen

Explosion in illegaler Raffinerie im Niger Delta tötet mindestens 15 Menschen

Explosion in illegaler Raffinerie tötet mindestens 15

Bei einer schweren Explosion in einer illegal betriebenen Raffinerie im Bundesstaat Rivers sind am 4. Januar 2026 mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Der Vorfall ereignete sich gegen 22:30 Uhr Ortszeit in der Gemeinde Ibaa im Emohua Local Government Area, wie ein Sprecher der örtlichen Katastrophenschutzbehörde (SEMA) bestätigte.

Chronologie und Details des Unglücks

Laut Augenzeugenberichten, die von der Nachrichtenagentur Reuters aufgezeichnet wurden, begann das Feuer nach einer initialen Explosion an einer der improvisierten Destillationsanlagen. Die Flammen griffen schnell auf benachbarte Lagerbehälter mit gestohlenem Rohöl über. Ein lokaler Gemeindevorsteher, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte: „Das Feuer war so hell, dass es die ganze Nacht lang den Himmel erleuchtete. Wir konnten die Leichen erst am Morgen bergen.“ Der Leiter der staatlichen Feuerwehr in Rivers, Superintendent Karibo Iyalla, erklärte, seine Einsatzkräfte hätten Schwierigkeiten gehabt, die abgelegene Unglücksstelle überhaupt zu erreichen.

Hintergrund: Illegale Raffinerien als anhaltende Krise

Der Betrieb illegaler Raffinerien, bei denen gestohlenes Rohöl aus Pipelines der Nigerian National Petroleum Company (NNPC) zu minderwertigem Kraftstoff verarbeitet wird, ist im Niger Delta seit Jahrzehnten ein massives Problem. Ein ähnlich schwerer Vorfall hatte sich am 23. April 2022 in der Gemeinde Ohaji-Egbema im benachbarten Bundesstaat Imo ereignet, bei dem über 100 Menschen starben. Die nigerianische Regierung startete im Oktober 2025 eine neue Sicherheitsoperation mit dem Codenamen „Operation Delta Sanity“, um die Aktivitäten der sogenannten „Bunkerer“ einzudämmen. Die wirtschaftliche Not in der Region, gepaart mit der weit verbreiteten Umweltverschmutzung durch Ölfirmen, treibt viele junge Männer in dieses hochriskante und illegale Geschäft.

Bildquelle: Pixabay