Regierung entlässt Beamte in mehreren Ministerien
Die Übergangsregierung von Burkina Faso unter Präsident Ibrahim Traoré hat am 24. Dezember 2025 15 Beamte aus ihren Positionen entlassen. Die Entlassungen erfolgten per Dekret und betreffen Beamte in den Ministerien für Landwirtschaft, Tierressourcen und Fischerei, für Wasser und sanitäre Einrichtungen sowie für Energie, Bergbau und Steinbrüche. Die Regierung begründete die Maßnahme mit laufenden Ermittlungen wegen Korruption und Veruntreuung öffentlicher Gelder.
Konkrete Vorwürfe und betroffene Positionen
Zu den entlassenen Beamten gehören laut Regierungsdekret unter anderem der ehemalige Generaldirektor für Viehzucht, Dr. Moussa Kaboré, und der ehemalige Direktor für Wasserressourcen, Jean-Baptiste Sawadogo. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf mehrere öffentliche Auftragsvergaben aus den Jahren 2023 und 2024. Ein konkretes Projekt, das untersucht wird, ist der Bau eines Bewässerungssystems in der Region Hauts-Bassins mit einem ursprünglichen Budget von 2,8 Milliarden CFA-Francs (etwa 4,3 Millionen Euro).
Hintergrund: Kampagne gegen Korruption in der Krise
Die Entlassungen sind Teil einer seit der Machtübernahme von Kapitän Ibrahim Traoré im September 2022 verschärften Anti-Korruptionskampagne. Bereits im März 2024 wurden mehrere hochrangige Beamte und ehemalige Minister unter dem früheren Präsidenten Roch Kaboré festgenommen. Burkina Faso, das seit 2015 unter schweren Terroranschlägen durch dschihadistische Gruppen leidet, kämpft mit einer tiefen Sicherheits- und humanitären Krise. Die Regierung argumentiert, dass Korruption die Effektivität des Sicherheitsapparates und der humanitären Hilfe untergrabe. Ein Gesetz zur Stärkung der Rechnungshofbehörde (Cour des Comptes) wurde im August 2024 verabschiedet, um Ermittlungen zu beschleunigen.
Bildquelle: Pixabay



