Lübeck 1996: Trauma des Brandanschlags auf Asylbewerberheim hallt nach 30 Jahren ungeklärt wider

Lübeck 1996: Trauma des Brandanschlags auf Asylbewerberheim hallt nach 30 Jahren ungeklärt wider
Quelle: KI-generiert

30 Jahre danach: Das Trauma des Lübecker Brandanschlags hallt nach

Vor 30 Jahren, am 18. Januar 1996, ereignete sich in Lübeck ein Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in der Hafenstraße 52. Das Feuer forderte das Leben von zehn Menschen – sieben Kinder und drei Erwachsene. Die Opfer stammten aus der Demokratischen Republik Kongo, Angola, Togo und dem Libanon, wobei die Jüngsten in Deutschland geboren waren. 38 weitere Bewohner wurden verletzt.

Der Anschlag gilt als der folgenschwerste ungeklärte Brandanschlag in der Geschichte der Bundesrepublik. Bis heute konnte niemand für die Tat zur Rechenschaft gezogen werden. Die Ermittlungen stehen seitdem unter starker öffentlicher Kritik.

In der Nacht des Anschlags ging gegen 3:41 Uhr ein Notruf bei der Feuerwehr ein. Francoise Makodila rief in panischer Angst „Hafenstraße! Nazis!“, während im Hintergrund bereits das Feuer wütete. Sie und ihre fünf Kinder erstickten wenig später im giftigen Rauch.

Obwohl es Hinweise auf einen rassistisch motivierten Anschlag gab, wurden die Ermittlungen in verschiedene Richtungen geführt, darunter auch gegen Bewohner des Heims. Diese Vorgehensweise der Behörden stieß auf breite Kritik und erinnert an das Staatsversagen im Fall des NSU.

Die Tat hinterließ tiefe Wunden in der Stadt und bei den Angehörigen der Opfer. Esperança Bunga, die als Kleinkind überlebte, verlor ihre Mutter und Schwester. Sie und andere Überlebende kämpfen seitdem für Aufklärung und Gerechtigkeit.

Zum 30. Jahrestag finden in Lübeck Gedenkveranstaltungen statt, um an die Opfer zu erinnern und ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Der Verein Hafenstraße 96 und andere Initiativen fordern weiterhin die Aufklärung des Verbrechens und eine lebendige Erinnerungskultur.

Es ist wichtig, dass Deutschland sich seiner Vergangenheit stellt und Lehren aus den Fehlern der Vergangenheit zieht. Nur so kann ein Klima der Toleranz und des Respekts geschaffen werden, in dem sich solche Tragödien nicht wiederholen.

Bildquelle: KI-generiert – Dieser Beitrag wurde erstellt von Historiker