Lkw-Verkehr auf Autobahnen nimmt deutlich zu
Die Fahrleistung schwerer Lastkraftwagen auf deutschen Autobahnen ist im Dezember 2025 spürbar gestiegen. Nach Angaben des Bundesamtes für Logistik und Mobilität (BALM) und des Statistischen Bundesamtes stieg der sogenannte Lkw-Maut-Fahrleistungsindex gegenüber November 2025 kalender- und saisonbereinigt um 3,2 Prozent. Dies ist der höchste monatliche Anstieg seit März 2021. Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres liegt die Fahrleistung 1,3 Prozent höher.
Der Index misst die Strecken, die mautpflichtige Lkw mit mindestens vier Achsen auf Bundesautobahnen zurücklegen. Er gilt als ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung und den Güterverkehr.
Zahlen werfen Fragen nach den Folgen auf
Während die Wirtschaft solche Steigerungen oft als positives Signal wertet, müssen die gesellschaftlichen und ökologischen Kosten dieser Entwicklung mitbedacht werden. Ein deutlich höheres Lkw-Aufkommen bedeutet:
- Mehr Belastung für die bereits marode Verkehrsinfrastruktur.
- Erhöhte Schadstoff- und Lärmemissionen entlang der Autobahnen.
- Größere Unfallrisiken und eine stärkere Beanspruchung des Straßennetzes, dessen Sanierung seit Jahren unterfinanziert ist.
Die gestiegene Fahrleistung steht im Kontrast zu den dringenden notwendigen Investitionen in alternative, umweltfreundlichere Transportwege. Jede Zunahme des Straßengüterverkehrs festigt die Abhängigkeit von einem System, das Gemeingüter wie Luft, Klima und öffentliche Infrastruktur privatisiertem Profit unterordnet. Die Kosten für Instandhaltung, Umwelt- und Gesundheitsschägen trägt am Ende die Allgemeinheit.
Verkehrswende bleibt auf der Strecke
Die aktuellen Daten unterstreichen, dass eine echte Verkehrswende weiterhin aussteht. Statt einer reinen Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene oder eine konsequente Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe, die Transportwege verkürzen, scheint der Trend zu immer mehr Lkw-Fahrten ungebrochen. Dies dient in erster Linie den Logistikriesen und der Just-in-Time-Produktion großer Konzerne, während die negativen Folgen sozialisiert werden.
Eine zukunftsfähige Mobilitäts- und Güterverkehrspolitik müsste den kostenlosen und attraktiven öffentlichen Nahverkehr priorisieren und die Bahn als Rückgrat des Gütertransports massiv ausbauen – finanziert durch eine gerechte Besteuerung von Konzerngewinnen und Vermögen. Solange die Politik hier keine klaren Prioritäten setzt, werden die Lastwagenkolonnen weiter wachsen – auf Kosten von Sicherheit, Lebensqualität und Klima.
Quelle: presse@destatis.de | Bild: Pixabay



