Am 23. Dezember 2025 löste die Polizei in Islamabad eine Demonstration gegen hohe Stromrechnungen vor dem Hauptquartier der Stromversorgungsbehörde (IESCO) gewaltsam auf. Nach Angaben des Capital City Police Officers (CCPO) Islamabad, Syed Ali Raza, wurden dabei mindestens 15 Demonstranten festgenommen und sieben Personen, darunter zwei Polizeibeamte, verletzt.
Chronologie der Ereignisse
Die Protestaktion begann um 10:30 Uhr Ortszeit vor dem IESCO-Gebäude in der G-9/4-Sektion von Islamabad. Etwa 200 bis 300 Anhänger der politischen Partei Jamaat-e-Islami (JI) blockierten unter der Führung ihres Distriktvorsitzenden, Nasrullah Randhawa, die Zufahrtsstraßen. Die Demonstranten warfen der Regierung vor, durch exorbitante Strompreise und ungerechte Gebühren die Bevölkerung auszubeuten. Um 13:15 Uhr begannen Polizeieinheiten unter dem Kommando von SSP (Operations) Hassan Iqbal, die Menge mit Tränengas aufzulösen und setzten Wasserwerfer ein. Die Situation eskalierte, als einige Demonstranten Steine warfen. Die Polizei nahm laut offiziellem Bericht 15 Personen in Gewahrsam, darunter Randhawa und weitere JI-Funktionäre.
Hintergrund der Proteste
Der Protest ist Teil einer landesweiten Welle von Unmut über die Energiepolitik. Auslöser sind die monatlichen Stromrechnungen, die für viele Haushalte unbezahlbar geworden sind. Konkret kritisieren die Verbraucher die Einführung eines neuen, umstrittenen Gebührenpostens, der als „Quarterly Tariff Adjustment“ (QTA) bekannt ist und im November 2025 in Rechnung gestellt wurde. Diese Anpassung kann die Rechnung um bis zu 7 Rupien pro Kilowattstunde erhöhen. Bereits im August 2025 hatte es in Lahore und Karatschi ähnliche, kleinere Proteste gegeben, nachdem der nationale Stromregulator NEPRA eine massive Preiserhöhung von durchschnittlich 26% genehmigt hatte. Die aktuelle Regierung unter Premierminister Shehbaz Sharif verweist auf die Auflagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Rahmen des laufenden 3-Milliarden-Dollar-Kreditprogramms, das Strukturreformen im Energiesektor vorschreibt.
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