Arbeitslosigkeit steigt zum Jahresende – Lichtblicke für 2026?
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Dezember 2025 erneut gestiegen. Laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 23.000 auf 2.908.000. Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat um 3.000 Personen. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent. Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres sind 101.000 Menschen mehr arbeitslos.
Andrea Nahles, die Vorstandsvorsitzende der BA, erklärte in Nürnberg, dass dem Arbeitsmarkt weiterhin wirtschaftlicher Rückenwind fehle. Sie wies jedoch darauf hin, dass es Anzeichen dafür gebe, dass die Talsohle erreicht sein könnte.
Ein Hoffnungsschimmer besteht darin, dass sich der Arbeitsmarkt ab Mitte 2026 möglicherweise erholen könnte, sofern die Wirtschaft wie erwartet anzieht. Allerdings könnten der demografische Wandel, die Transformation der Wirtschaft und handelspolitische Unsicherheiten diese Entwicklung bremsen. Nahles prognostiziert daher ein Jahr mit Licht und Schatten für den Arbeitsmarkt im Jahr 2026.
Die steigende Arbeitslosigkeit betrifft vor allem die Industrie, die unter der Konjunkturflaute leidet. Im Gegensatz dazu gab es Zuwächse im öffentlichen Dienst, im Gesundheits- und Sozialwesen, allerdings vorwiegend in Teilzeit.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte eine kluge Wirtschaftspolitik, um den Arbeitsmarkt in Schwung zu bringen. Dazu müsse die Regierung die Sozialpartner in einen gemeinsamen Plan einbeziehen.
Neben der Arbeitslosigkeit spielt auch die Kurzarbeit eine Rolle. Im Oktober 2025 erhielten rund 203.000 Beschäftigte Kurzarbeitergeld, 15.000 mehr als im Vormonat, aber 56.000 weniger als im Oktober des Vorjahres.
Trotz des leichten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen zeigt sich der Arbeitsmarkt in einigen Bundesländern robust. So verzeichnete Rheinland-Pfalz die drittniedrigste Arbeitslosigkeit in Deutschland.
Inflation sinkt überraschend
Erfreuliche Nachrichten gibt es von der Inflationsfront: Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Dezember 2025 deutlich weniger gestiegen. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes sank die Inflation im Jahresvergleich von 2,3 Prozent auf 1,8 Prozent. Nach europäischen Standards lag die Inflationsrate bei 2,0 Prozent.
Ein wichtiger Faktor für den Preisauftrieb waren Dienstleistungen mit einem Plus von 3,5 Prozent. Die Energiepreise sanken hingegen um 1,3 Prozent, während Lebensmittel um 0,8 Prozent teurer wurden. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie betrug 2,4 Prozent.
Experten gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins vorerst nicht verändern wird, nachdem sie ihn bereits mehrfach gesenkt hat.
Die gesunkenen Preise für Butter und Kartoffeln stehen im Kontrast zu den gestiegenen Preisen für Schokolade und Bohnenkaffee. Gründe für den Teuerungsrückgang sehen Ökonomen im nachlassenden Preisdruck bei Lebensmitteln, gesunkenen Spritpreisen und einer Stabilisierung der Preise im Tourismusbereich.
Bildquelle: KI-generiert – Dieser Beitrag wurde erstellt von Daten-Redaktion



