Thüringen, deine Polizisten…
Es ist ja nicht so, dass die Thüringer Polizei in den letzten Jahren durch überbordendes Vertrauen geglänzt hätte. Stichworte? Vertuschung, Mauschelei, rechte Netzwerke. Da denkt man sich doch als Innenminister: „Wir brauchen dringend mehr Transparenz und unabhängige Kontrolle!“ – Falsch gedacht!
Denn was präsentiert uns das Ministerium jetzt? Interne Ermittlungen werden künftig beim Landeskriminalamt (LKA) angesiedelt. Mit anderen Worten: Polizei ermittelt gegen Polizei. Das ist ungefähr so, als würde man den Bock zum Gärtner machen und ihm gleichzeitig noch die Schlüssel zum Weinkeller geben.
Ronald Hande, Innenexperte der Linken, bringt es auf den Punkt: Das ist ein „Schnellschuss in die falsche Richtung“. Ein Schnellschuss? Eher ein gezielter Schuss ins eigene Knie. Denn wer soll denn da noch Vertrauen haben, wenn die Polizei sich quasi selbst kontrolliert? Das ist ungefähr so glaubwürdig wie die Behauptung, die Rüstungsindustrie würde sich für Abrüstung einsetzen.
Das Innenministerium argumentiert wahrscheinlich mit Effizienz und Ressourcenmangel. Aber mal ehrlich: Unabhängige Ermittlungsstrukturen sind doch keine Frage des Geldes, sondern des politischen Willens. Dänemark macht’s vor: Dort gibt es moderne, unabhängige Modelle. Aber vielleicht will man in Thüringen ja gar keine unabhängige Aufklärung. Vielleicht ist es ja bequemer, wenn alles unter dem Teppich bleibt. Nach dem Motto: Wird schon alles gut gehen.
Liebe Thüringer Polizei, so wird das nichts mit dem Vertrauensaufbau. So verspielt ihr jede Chance, verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Aber hey, vielleicht ist das ja auch gar nicht das Ziel. Vielleicht will man ja lieber unter sich bleiben. In diesem Sinne: Auf die interne „Selbstkontrolle“! Prost!
Bildquelle: Pixabay – Dieser Beitrag wurde erstellt von Hofnarr



