Massiver Streik bei Amazon in Kentucky legt Logistikzentrum lahm

Massiver Streik bei Amazon in Kentucky legt Logistikzentrum lahm

Mehr als 5.000 Beschäftigte des Amazon-Luftfracht-Drehkreuzes KCVG in Hebron, Kentucky, traten am 7. Januar 2026 in einen unbefristeten Streik. Das Zentrum, eines der größten der Welt, stellte seinen Betrieb nahezu vollständig ein.

Chronologie des Ausstands

Der Streik begann um 06:00 Uhr Ortszeit. Laut der Gewerkschaft Amazon Labor Union (ALU) beteiligten sich über 90 Prozent der Belegschaft. Der Hauptforderungskatalog umfasst eine Lohnerhöhung von 30 Prozent, die Reduzierung der verpflichtenden Überstunden sowie verbesserte Sicherheitsstandards. ALU-Präsident Chris Smalls reiste persönlich nach Kentucky, um die Streikenden zu unterstützen. Ein Amazon-Sprecher, Rob Munoz, bezeichnete die Forderungen als „unrealistisch“ und warnte vor „erheblichen Lieferverzögerungen“.

Hintergrund und Eskalation

Der Konflikt schwelt seit Monaten. Am 15. November 2025 verletzte sich ein Mitarbeiter, Michael Torres (34), schwer an einer Sortiermaschine. Eine Untersuchung der Occupational Safety and Health Administration (OSHA) ergab sieben Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften. Amazon wurde eine Geldstrafe von 125.000 US-Dollar auferlegt. Dies war der dritte schwere Vorfall innerhalb von 18 Monaten am Standort KCVG. Die Gewerkschaft wirft dem Konzern vor, Profit über Menschenleben zu stellen. Amazon verweist auf Investitionen von 50 Millionen Dollar in Sicherheitstechnik im Jahr 2025.

Bildquelle: Pixabay