Ein schwerer Wintersturm hat am 9. Januar 2026 in Texas zu einem massiven Stromausfall geführt. Der Netzbetreiber ERCOT meldete gegen 14:30 Uhr Ortszeit einen Ausfall von über 1,5 Millionen Haushalten, nachdem ein Eissturm die Infrastruktur im Norden des Bundesstaates schwer beschädigte.
Chronologie des Ausfalls
Der Sturm zog am Morgen des 9. Januar über die Region Dallas-Fort Worth. Gegen 10:15 Uhr fiel die erste Hochspannungsleitung in der Nähe von Denton, County Collin, aufgrund von Eislast aus. Der Leiter der texanischen Stromaufsichtsbehörde PUC, Mark W. Smith, bestätigte bis 16:00 Uhr den Ausfall von 23 Großtransformatoren und über 400 Meilen an Hochspannungsleitungen. Die Stadt Dallas meldete um 15:00 Uhr, dass 450.000 ihrer Einwohner ohne Strom seien. Notunterkünfte in den Convention Centers von Dallas und Fort Worth nahmen bis zum Abend mehr als 12.000 Menschen auf.
Reaktionen und beteiligte Personen
Gouverneur Greg Abbott aktivierte um 12:00 Uhr den Nationalgarde. Der Vorsitzende des Netzbetreibers ERCOT, Pablo Vegas, sagte in einer Pressekonferenz um 16:30 Uhr: „Wir sehen einen kaskadierenden Ausfall, der auf extreme Eislast zurückzuführen ist. Die Wiederherstellung wird Tage dauern.“ Der Bürgermeister von Fort Worth, Mattie Parker, ordnete eine Ausgangssperre ab 20:00 Uhr für die betroffenen Stadtteile an. Die Feuerwehr von Houston meldete bis 18:00 Uhr sieben Todesfälle im Zusammenhang mit Kohlenmonoxidvergiftungen durch unsachgemäß genutzte Generatoren.
Hintergrund: Wiederkehrendes Problem
Der Ausfall ereignet sich fast genau fünf Jahre nach der Winterstorm-Katastrophe im Februar 2021, bei der in Texas 246 Menschen starben und über 4,5 Millionen Haushalte zeitweise ohne Strom waren. Ein Untersuchungsbericht des US-Energieministeriums hatte damals die mangelnde Winterhärte des texanischen, vom bundesweiten Netz isolierten Stromsystems kritisiert. Das Gesetz SB 3, das der texanische Gesetzgeber 2021 zur Verbesserung der Winterfestigkeit verabschiedete, sah Investitionen in Höhe von geschätzten 2 Milliarden US-Dollar vor. Der heutige Vorfall wirft Fragen nach der Umsetzung dieser Maßnahmen auf. ERCOT hatte erst im Dezember 2025 in einem Bericht vor der anhaltenden Anfälligkeit des Systems für extreme Winterereignisse gewarnt.
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