Inflationsrate sinkt auf 1,8 Prozent im Dezember 2025

Inflationsrate sinkt auf 1,8 Prozent im Dezember 2025

Inflationsrate sinkt auf 1,8 Prozent – Entlastung für wen?

WIESBADEN. Das Statistische Bundesamt hat die vorläufige Inflationsrate für Dezember 2025 bekanntgegeben. Sie liegt bei 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Jahresdurchschnitt 2025 betrug die Teuerungsrate 2,2 Prozent. Die sogenannte Kerninflation, die volatile Preise für Energie und Nahrungsmittel ausblendet, bleibt mit 2,4 Prozent jedoch auf einem höheren Niveau.

Während Politik und Wirtschaft diese Zahlen als Rückkehr zur Normalität und Erfolg ihrer Maßnahmen feiern dürften, stellt sich die Frage, für wen diese statistische Beruhigung tatsächlich spürbar ist. Eine niedrige Gesamtinflation bedeutet nicht automatisch Entlastung für Haushalte mit geringem Einkommen. Die Preise steigen weiter, nur etwas langsamer. Die Kaufkraft der Löhne und vor allem der staatlichen Leistungen wie Bürgergeld oder Grundsicherung im Alter wurde in den Vorjahren durch hohe Inflation nachhaltig geschwächt.

Kerninflation zeigt anhaltenden Druck

Die Kerninflationsrate von 2,4 Prozent ist ein Indikator für den anhaltenden Preisdruck bei alltäglichen Gütern und Dienstleistungen. Dies betrifft Bereiche wie:

  • Wohnen
  • Nahverkehr
  • Kultur- und Freizeitdienstleistungen

Gerade für Menschen, die den Großteil ihres Einkommens für diese Grundbedürfnisse ausgeben müssen, bleibt die finanzielle Belastung hoch. Die Forderung nach einer deutlichen Anhebung von Mindestlohn und Renten sowie nach einem sanktionsfreien Bürgergeld bleibt daher dringlich.

Verteilungsfrage bleibt ungelöst

Die Diskussion über die Inflationsrate darf nicht bei der prozentualen Zahl enden. Entscheidend ist, wer die Lasten der vergangenen Jahre zu tragen hatte und wer nun von der Stabilisierung profitiert. Während Arbeitnehmer:innen und Bezieher:innen von Transferleistungen reale Verluste hinnehmen mussten, verzeichneten viele Konzerne Rekordgewinne. Die gestiegenen Energiekosten wurden an die Endverbraucher:innen durchgereicht, während gleichzeitig umfangreiche staatliche Hilfen flossen.

Eine nachhaltige Entlastung der breiten Bevölkerung wäre nur durch eine konsequente Umverteilungspolitik zu erreichen: durch höhere Besteuerung von Übergewinnen, Vermögen und Spekulation, um die sozialen Sicherungssysteme zu stabilisieren und öffentliche Infrastruktur wie Schulen, Krankenhäuser und einen bezahlbaren Nahverkehr zu stärken. Die aktuelle Inflationsentwicklung ist kein Grund zur Entwarnung, sondern eine Aufforderung, die soziale Schieflage endlich anzugehen.

Quelle: presse@destatis.de | Bild: Pixabay