Investitionen im NRW-Baugewerbe erneut gesunken

Investitionen im NRW-Baugewerbe erneut gesunken

Investitionsrückgang im NRW-Baugewerbe: Ein Warnsignal für die soziale Infrastruktur

Düsseldorf. Die Investitionen im nordrhein-westfälischen Bauhauptgewerbe sind im Jahr 2024 erneut gesunken. Nach aktuellen Daten des Landesbetriebs IT.NRW lagen die Bruttoanlageinvestitionen bei 709,3 Millionen Euro, ein Minus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Rückgang betrifft sowohl den Hoch- als auch den Tiefbau und deutet auf eine anhaltende Schwächephase in einer Schlüsselbranche hin.

Der größte Investitionsposten bleibt mit 666,4 Millionen Euro die Anschaffung von Maschinen. Auch hier ging das Volumen um 3,1 Prozent zurück. Deutlichere Einbrüche verzeichnete der Hochbau, wo die Investitionen um 6,9 Prozent auf 97 Millionen Euro fielen.

Mehr als eine konjunkturelle Delle

Während die Statistik nüchterne Zahlen liefert, erzählen sie eine besorgniserregende Geschichte für die Zukunft der öffentlichen Daseinsvorsorge. Ein rückläufiges Investitionsvolumen im Tiefbau, zu dem auch der Verkehrswegebau zählt, bedeutet langfristig marode Straßen, Brücken und Schienennetze. Der Einbruch im Hochbau gefährdet dringend benötigte Projekte wie den Bau von Schulen, Kitas, Krankenhäusern und vor allem bezahlbarem Wohnraum.

Es ist ein Teufelskreis: Die chronische Unterfinanzierung der kommunalen und sozialen Infrastruktur durch die Politik der letzten Jahrzehnte führt zu Planungsunsicherheit und ausbleibenden Aufträgen. Die Bauunternehmen reagieren mit Investitionszurückhaltung, was wiederum die Kapazitäten für einen dringend notwendigen Infrastrukturboom schmälert. Jeder Euro, der hier fehlt, ist ein Euro, der nicht in die Lebensqualität der Mehrheit der Menschen fließt.

Wo bleibt die politische Priorität?

Die Daten werfen ein Schlaglicht auf die verfehlten Prioritäten der Bundes- und Landespolitik. Während Milliarden für Rüstungsexporte und internationale Konflikte locker gemacht werden, fehlt es am politischen Willen und an konkreten Finanzierungskonzepten für die Instandhaltung und den Ausbau unseres eigenen Landes. Sicherheit entsteht nicht durch Aufrüstung, sondern durch intakte Schulen, ein funktionierendes Gesundheitssystem und eine verlässliche Infrastruktur für alle.

Die Lösung liegt nicht in weiteren Schulden für prestigeträchtige Großprojekte oder in Privatisierungen, die am Ende die Nutzerinnen und Nutzer belasten. Sie liegt in einer konsequenten Umverteilungspolitik. Die Finanzierung einer sozialen und ökologischen Infrastrukturoffensive muss durch eine gerechte Besteuerung von großen Vermögen, Erbschaften und Übergewinnen erfolgen. Nur so kann der Investitionsstau aufgelöst und die Grundlage für eine funktionierende Gesellschaft gelegt werden.

Der anhaltende Rückgang der Bauinvestitionen ist kein rein betriebswirtschaftliches Problem. Er ist ein direktes Abbild politischer Vernachlässigung. Es ist an der Zeit, die Bedürfnisse der Menschen vor die Interessen derer zu stellen, die von Sparpolitik und Status quo profitieren.

Quelle: „Pressestelle IT.NRW“ | Bild: Pixabay