Wirtschaft im Fokus der Räte und Kreistage in Ostwestfalen-Lippe
Die Räte und Kreistage in Ostwestfalen-Lippe (OWL) stehen vor der Herausforderung, die regionale Wirtschaft angesichts globaler Veränderungen zu stärken. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem Mittelstand, der die Region maßgeblich prägt.
Mittelstand als Stütze der regionalen Wirtschaft
Das Handwerk in OWL erweist sich weiterhin als tragende Säule der Wirtschaft, selbst in einem stagnierenden gesamtwirtschaftlichen Umfeld. Vizepräsident der Handwerkskammer OWL, Heiner Dresrüsse, betonte, dass der Mittelstand belastbar, innovativ und bereit sei, Deutschland aus der Krise zu führen. Um dies zu erreichen, fordert er schnelle Reformen, die die Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf Energie, Steuern und Abgaben stärken, sowie den zügigen Einsatz des Infrastruktur-Sondervermögens als Investitionsschub.
Trotz struktureller Probleme in Schlüsselbranchen und hoher Energie- und Lohnnebenkosten gelingt es vielen Betrieben, den negativen Faktoren standzuhalten. Allerdings wirken steigende Abgabelasten, unsichere energiepolitische Rahmenbedingungen und die angespannte gesamtpolitische Lage einer positiven Entwicklung entgegen.
Innovation und Fachkräfte als Schlüsselfaktoren
Die Unternehmen in OWL können auf das Wissen und die Anwendungen der Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Region zurückgreifen, um Herausforderungen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Energiesicherheit, Lieferketten und Fachkräftesicherung zu bewältigen. Es gibt kostenlose Angebote für kleine und mittlere Unternehmen. Die OstWestfalenLippe GmbH, die Technische Hochschule OWL, das Mittelstand-Digitalzentrum Ruhr-OWL und der Spitzencluster it´s OWL arbeiten zusammen, um den Wissenstransfer zu fördern.
Die NRW.BANK sieht OWL als Wachstumsbooster für Nordrhein-Westfalen. Innovative und dynamische Industrieunternehmen haben entgegen dem Landestrend sogar neue Industriearbeitsplätze geschaffen. Die NRW.BANK trägt dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden.
Regionale Politik setzt Rahmenbedingungen
Der Regionalrat Detmold hat den ersten Regionalplan für die gesamte Region Ostwestfalen-Lippe beschlossen. Dieser Plan dient als maßgebliche Planungsgrundlage für die zukünftige räumliche Entwicklung der 70 Kommunen in den nächsten zwei Jahrzehnten. Er berücksichtigt sowohl die Herausforderungen in ländlichen Gebieten als auch die planerischen Aufgaben in größeren Städten und ihrem Umland. Der Plan formuliert Ziele für die Siedlungsentwicklung, den Klimaschutz, den Freiraumschutz, den Hochwasserschutz, die Mobilität, die erneuerbaren Energien und die Rohstoffgewinnung.
Die Kommunalwahlen vom 14. September 2025 haben die politische Landschaft in den Räten und Kreistagen der Region neu gestaltet. Im Kreistag Lippe sind beispielsweise CDU, SPD, AfD, Grüne, Die Linke und FDP vertreten.
Weitere Themen in der Region
Neben den wirtschaftspolitischen Entscheidungen beschäftigen sich die Räte und Kreistage auch mit anderen Themen. So gab es in Lippe einen Mieten-Notstand, der die Forderung nach einem Mietendeckel unterstützte. Die Linke in Bielefeld sprach sich für ein kostenloses Deutschlandticket für Schüler aus, forderte aber eine gerechte Finanzierung.
Die Polizei Lippe meldete in den letzten Tagen mehrere Einsätze, darunter Einbrüche und Verkehrsunfälle.
Bildquelle: Pixabay – Dieser Beitrag wurde erstellt von Politikredaktion OWL



