Mittelstand und Handwerk in der Krise: Eine Bestandsaufnahme
Der deutsche Mittelstand und das Handwerk, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, stehen vor enormen Herausforderungen. Aktuelle Berichte zeigen, dass die Betriebe mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen haben, die ihre Existenz gefährden.
Alarmierende Zahlen: Betriebsschließungen nehmen zu
Laut Creditreform müssen bis zum Jahresende 2025 voraussichtlich 24.000 Betriebe schließen, was den höchsten Stand seit 2014 bedeutet. Diese Entwicklung verdeutlicht die Dramatik der Lage und unterstreicht die Notwendigkeit dringender Maßnahmen zur Unterstützung des Mittelstands.
Hauptursachen der Krise
Mehrere Faktoren tragen zu dieser Krise bei. Dazu gehören:
- Bürokratie: Viele Unternehmen klagen über überbordende Bürokratie, die sie lähmt und Ressourcen bindet.
- Fachkräftemangel: Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften stellt ein großes Problem dar, da viele Stellen unbesetzt bleiben. Die duale Ausbildung verliert an Boden, während gleichzeitig der Erfolg in sozialen Medien als Influencer oder im Büroleben als Ideal gilt.
- Hohe Energiepreise: Die gestiegenen Energiekosten belasten die Unternehmen zusätzlich und gefährden ihre Wettbewerbsfähigkeit.
- Nachfolgeprobleme: Viele Betriebsinhaber finden keine geeigneten Nachfolger, was zur Stilllegung des Geschäfts führt. Das Durchschnittsalter der Betriebsinhaber im Mittelstand liegt bei über 54 Jahren.
Die Stimme des Mittelstands
Sana Röser, eine Unternehmerin und Stimme des Mittelstands, warnt vor einem wirtschaftlichen Flächenbrand und dem Verlust des industriellen Fundaments Deutschlands. Sie kritisiert politische Versäumnisse und das Fehlen einer klaren Zukunftsstrategie für das Land. Gitta Connemann, Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, fordert flexible Arbeitszeiten, weniger Vorschriften und einen Deckel für Sozialversicherungsbeiträge.
Handlungsbedarf und Lösungsansätze
Um den Mittelstand und das Handwerk zu retten, sind gezielte Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören:
- Bürokratieabbau: Vereinfachung von Prozessen und Vorschriften, um Unternehmen zu entlasten.
- Förderung der dualen Ausbildung: Stärkung der dualen Ausbildung, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
- Entlastung bei den Energiekosten: Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten.
- Unterstützung bei der Unternehmensnachfolge: Förderung von Unternehmensübergaben und Unterstützung von Betriebsinhabern bei der Suche nach geeigneten Nachfolgern. Unternehmer mit Migrationshintergrund spielen eine zunehmend wichtige Rolle in der deutschen Wirtschaft und stellen ein signifikantes Potenzial für die Bewältigung der Nachfolgekrise dar.
Regionale Unterschiede
Es gibt regionale Unterschiede hinsichtlich des Alters der Betriebsinhaber. Der höchste Anteil an älteren Inhabern findet sich im Mittelstand in Hessen, Brandenburg und Baden-Württemberg.
Ausblick
Die Lage des Mittelstands und Handwerks ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Mit den richtigen Maßnahmen und einer klaren Zukunftsstrategie kann es gelingen, diese wichtigen Wirtschaftszweige zu stärken und zukunftsfähig zu machen.
Bildquelle: KI-generiert – Dieser Beitrag wurde erstellt von Wirtschaftsstimme



