Großrazzia im Bayerischen Wald
Am 23. Dezember 2025 führte die Bundespolizei eine großangelegte Kontrollaktion an der deutsch-tschechischen Grenze im Landkreis Freyung-Grafenau durch. Innerhalb von 24 Stunden stellten Beamte 247 Menschen fest, die ohne erforderliche Einreisedokumente versuchten, nach Deutschland zu gelangen. Der Einsatz konzentrierte sich auf den Grenzabschnitt bei Philippsreut und die angrenzenden Waldgebiete.
Chronologie der Feststellungen
Die Kontrollen begannen um 6:00 Uhr morgens und dauerten bis zum Folgetag. Laut Bundespolizeiinspektion (BPOLI) Sankt Peter-Ording, die für die Pressemitteilung zuständig war, wurden die Personen in mehreren Gruppen aufgegriffen. Die größte Gruppe umfasste 43 Menschen, die in einem Transporter nahe der B12 entdeckt wurden. Ein 32-jähriger tschechischer Fahrer wurde vorläufig festgenommen. Die Bundespolizei setzte neben Streifenwagen auch Wärmebildkameras und einen Hubschrauber des Typs EC 135 ein.
Hintergrund und gesetzliche Grundlage
Die Aktion fand im Rahmen der stationären und mobilen Grenzüberwachung gemäß § 61 Bundespolizeigesetz (BPolG) statt. Seit der Wiedereinführung temporärer Grenzkontrollen an den Binnengrenzen zu Tschechien, Polen und der Schweiz am 16. Oktober 2024 verzeichnet die Bundespolizei einen signifikanten Anstieg der Aufgriffszahlen. Im gesamten November 2025 wurden an der deutsch-tschechischen Grenze bereits über 2.100 Menschen ohne gültige Papiere an der Einreise gehindert. Die Kontrollen wurden von der Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als Reaktion auf den gestiegenen Migrationsdruck entlang der Balkanroute angeordnet.
Verfahren und weitere Schritte
Alle 247 aufgegriffenen Personen wurden nach dem Aufenthaltsgesetz zur Identitätsfeststellung in die nächstgelegene Bundespolizeidirektion gebracht. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) leitete in jedem Einzelfall ein Asylverfahren ein. Personen aus sogenannten „sicheren Herkunftsstaaten“, darunter nach Angaben der Behörde Georgien und Nordmazedonien, unterliegen einem beschleunigten Verfahren. Die Bundespolizei rechnet mit einer Fortsetzung der intensiven Kontrolltätigkeit über die Feiertage.
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