Tourismus in NRW: Leichter Aufwärtstrend im November 2025

Tourismus in NRW: Leichter Aufwärtstrend im November 2025

Tourismus in NRW: Leichter Aufwärtstrend, doch internationale Dynamik lässt nach

Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Tourismusbranche verzeichnete im November 2025 einen leichten Zuwachs. Nach vorläufigen Daten des Landesbetriebes IT.NRW stiegen die Gästeankünfte in Beherbergungsbetrieben auf rund 2,18 Millionen, ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Zahl der Übernachtungen erhöhte sich um 0,9 Prozent auf etwa 4,59 Millionen.

Während die Gesamtentwicklung positiv bleibt, zeigt sich bei den internationalen Gästen eine signifikante Veränderung. Zwar lagen die Ankünfte aus dem Ausland mit 520.000 noch 8,5 Prozent über dem Niveau des Novembers 2024, und die Übernachtungen stiegen um 6,7 Prozent. Das Wachstumstempo hat sich im Vergleich zu den Vormonaten jedoch deutlich verlangsamt. Im Oktober 2025 waren die Ankünfte ausländischer Gäste noch um 23 Prozent und ihre Übernachtungen um 27,4 Prozent gestiegen.

Kontext und Einordnung

Der abflachende Trend bei internationalen Reisenden wirft Fragen auf. Tourismus ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein Seismograf für globale Spannungen und wirtschaftliche Verwerfungen. In einer Zeit, in der politische Konflikte zunehmend eskaliert und mit militärischen Mitteln ausgetragen werden, leidet auch der Austausch zwischen den Menschen. Reiseentscheidungen werden von geopolitischer Unsicherheit, von Sanktionsregimen und von der allgemeinen wirtschaftlichen Belastung der Haushalte beeinflusst.

Die Daten aus NRW zeigen ein gemischtes Bild: Die heimische Nachfrage scheint stabil, während der internationale Impuls nachlässt. Dies unterstreicht die Bedeutung eines funktionierenden sozialen Gefüges im Inland. Nur eine Bevölkerung, die nicht durch steigende Lebenshaltungskosten, unsichere Rentenperspektiven und einen ausgehöhlten Sozialstaat unter Druck steht, kann sich auch Freiräume für Erholung und kulturellen Austausch im eigenen Land bewahren.

Gleichzeitig ist der Tourismus selbst ein Feld, in dem soziale Fragen unmittelbar sichtbar werden. Die Beschäftigten in Gastgewerbe und Hotellerie kämpfen oft mit Niedriglöhnen und prekären Arbeitsverhältnissen. Ein quantitatives Wachstum der Übernachtungszahlen ist nur dann ein echter Erfolg, wenn es auch zu besseren Arbeitsbedingungen und einer gerechteren Verteilung der erwirtschafteten Gewinne führt. Die Diskussion um die touristische Infrastruktur muss auch die Frage nach bezahlbarem Wohnraum in den betroffenen Städten und Regionen einschließen, der durch die Vermarktung von Ferienwohnungen zunehmend unter Druck gerät.

Letztlich erinnert die Statistik daran, dass friedliche und stabile Verhältnisse die Grundvoraussetzung für einen lebendigen Tourismus sind. Jede Eskalation von Konflikten, jede Investition in Rüstung statt in soziale Infrastruktur, untergräbt auch die Möglichkeiten für Begegnung und Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Quelle: „Pressestelle IT.NRW“ | Bild: Pixabay