Bei einer schweren Explosion in einer illegal betriebenen Raffinerie im Bundesstaat Rivers sind am frühen Samstagmorgen, dem 18. Januar 2026, mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Der Vorfall ereignete sich gegen 02:30 Uhr Ortszeit in der Nähe der Gemeinde Omoku, im Ogba-Egbema-Ndoni Local Government Area (ONELGA).
Chronologie und Details der Katastrophe
Laut einer ersten Stellungnahme der Polizei von Rivers State unter dem Sprecher Grace Iringe-Koko wurden die Leichen von 15 Personen aus den Trümmern der Anlage geborgen. Augenzeugen, darunter der Anwohner Chinedu Okafor, berichteten von einer gewaltigen Detonation, die die Nacht erhellte und mehrere Kilometer entfernt zu hören war. Die Flammen seien über Stunden nicht unter Kontrolle zu bringen gewesen. Die meisten Opfer seien junge Männer gewesen, die in der Raffinerie arbeiteten oder in der Nähe lebten. Die Polizei geht von einer noch höheren Opferzahl aus, da die Suche nach weiteren Leichen in dem schwer zugänglichen Sumpfgebiet andauert.
Hintergrund: Illegales Raffineriegeschäft und Sicherheitslage
Illegale Raffinerien, im lokalen Sprachgebrauch oft „Kochen“ genannt, sind im Niger Delta weit verbreitet. Dabei wird gestohlener Rohöl aus Pipelines von Konzernen wie der Shell Petroleum Development Company (SPDC) oder der Nigerian National Petroleum Company Limited (NNPCL) in provisorischen Anlagen zu Benzin und Diesel weiterverarbeitet. Die Nigerian Upstream Petroleum Regulatory Commission (NUPRC) schätzte im November 2025, dass Nigeria täglich durch Öldiebstahl und Sabotage Verluste von über 200.000 Barrel Rohöl erleidet. Solche illegalen Anlagen operieren ohne Sicherheitsvorkehrungen und verursachen regelmäßig verheerende Unfälle. Bereits im April 2022 starben bei einer ähnlichen Explosion in Imo State über 100 Menschen. Die wirtschaftliche Not in der Region, gepaart mit Umweltzerstörung durch offizielle Ölförderung und mangelnden Jobperspektiven, treibt viele junge Menschen in dieses hochriskante Geschäft.
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