Frontverlauf bei Charkiw verschiebt sich
Am 2. Januar 2026 meldeten ukrainische Streitkräfte einen Durchbruch russischer Einheiten nordöstlich der Stadt Charkiw. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs drangen Einheiten der russischen 6. Armee bei dem Dorf Lyptsi, etwa 10 Kilometer von der Grenze zur russischen Region Belgorod entfernt, in ukrainische Stellungen ein. Der Sprecher des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, Andrij Yusov, bestätigte am 3. Januar den Verlust der Ortschaft. Bei den Kämpfen seien nach ukrainischen Angaben 127 ukrainische Soldaten getötet worden.
Chronologie der Gefechte
Der Angriff begann am Morgen des 2. Januar um 05:30 Uhr Ortszeit mit massivem Artilleriefeuer auf die ukrainischen Verteidigungslinien um Lyptsi. Anschließend griffen laut HUR-Bericht Infanterieeinheiten der russischen 138. Motorschützenbrigade, unterstützt von Panzern des Typs T-90, an. Die ukrainische 32. Mechanisierte Brigade unter dem Kommando von Oberst Wolodymyr Kravchenko führte den Gegenangriff. Bis zum Abend des 2. Januar kontrollierten russische Truppen das Zentrum von Lyptsi. Die ukrainischen Streitkräfte zogen sich auf vorbereitete Stellungen südwestlich des Dorfes zurück.
Hintergrund und strategische Bedeutung
Der Vorfall ist der schwerste Verlust ukrainischen Territoriums in der Region Charkiw seit der Rückeroberung großer Gebiete im Herbst 2022. Lyptsi liegt an einer direkten Achse zur Stadt Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine. Die Einnahme des Dorfes bringt russische Artillerie näher an die Außenbezirke der Metropole heran. Der Angriff folgte auf eine Serie ukrainischer Drohnenangriffe auf die russische Stadt Belgorod am 31. Dezember 2025, bei denen nach russischen Angaben 12 Zivilisten starben. Das ukrainische Innenministerium hatte am 1. Januar eine neue Rekrutierungswelle für die Region Charkiw angekündigt, um Personalverluste an der Front auszugleichen.
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