Explosion in Chemiefabrik fordert 17 Menschenleben
Bei einer schweren Explosion in einem Chemiepark in Ningbo, Provinz Zhejiang, sind am 17. Januar 2026 mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 23 Personen wurden verletzt, fünf von ihnen schweben in Lebensgefahr. Der Vorfall ereignete sich um 14:23 Uhr Ortszeit auf dem Gelände der Ningbo ZRCC LyondellBasell Chemical Co., Ltd., einem Joint Venture zwischen der chinesischen Zhejiang Rongsheng Holding Group und dem US-amerikanischen Chemiekonzern LyondellBasell.
Chronologie der Ereignisse und Rettungsarbeiten
Die Explosion erschütterte die Ethylen-Anlage der Fabrik im Bezirk Zhenhai. Laut dem staatlichen Nachrichtendienst Xinhua wurden innerhalb von 15 Minuten nach dem ersten Notruf über 40 Feuerwehrfahrzeuge und mehr als 200 Rettungskräfte zum Einsatzort entsandt. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund der austretenden Chemikalien und der Gefahr weiterer Explosionen schwierig und dauerten bis in die frühen Morgenstunden des 18. Januar an. Der Werksleiter, Zhang Wei, wurde von den Behörden zur Befragung festgenommen. Ein Augenzeuge, der Sicherheitsangestellte Li Ming, berichtete gegenüber lokalen Medien von einer „gewaltigen Feuerkugel“, gefolgt von einer Druckwelle, die Fenster in einem Umkreis von 500 Metern zerstörte.
Hintergrund: Sicherheitsvorschriften und vorherige Vorfälle
Der Unfall wirft erneut Fragen zur Umsetzung der nationalen Sicherheitsvorschriften in der chemischen Industrie auf. Das Werk in Ningbo unterliegt den „Bestimmungen zur Sicherheitsaufsicht über gefährliche Chemikalien“, die nach der verheerenden Explosion in Tianjin im August 2015 verschärft wurden. Bei dem Unglück im Hafen von Tianjin waren 173 Menschen ums Leben gekommen. Erst im März 2023 hatte es in derselben Ningbo-Zhenhai-Petrochemical Industry Zone einen kleineren Brand in einer Raffinerie gegeben, bei dem drei Arbeiter verletzt wurden. Die Staatsanwaltschaft in Ningbo hat eine Untersuchung eingeleitet, um mögliche Verstöße gegen das „Gesetz zur Arbeitssicherheit“ und fahrlässiges Verhalten zu prüfen. Die Produktion in der betroffenen Anlage wurde vollständig eingestellt.
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