Massiver Stromausfall legt Hauptstadt Santiago de Chile lahm – 1,4 Millionen Haushalte betroffen

Massiver Stromausfall legt Hauptstadt Santiago de Chile lahm - 1,4 Millionen Haushalte betroffen

Einleitung

Am Dienstag, dem 23. Dezember 2025, gegen 14:47 Uhr Ortszeit, fiel in weiten Teilen der Hauptstadtregion Santiago de Chile der Strom aus. Der Betreiber Enel Distribución Chile meldete einen „generellen Fehler“ im Hochspannungssystem, der etwa 1,4 Millionen Haushalte und Unternehmen in mindestens 16 Gemeinden, darunter Santiago Centro, Providencia, Ñuñoa und Las Condes, traf.

Chronologie und Details des Blackouts

Der Stromausfall begann exakt um 14:47 Uhr und dauerte in den meisten betroffenen Gebieten bis gegen 16:30 Uhr. Laut dem Energieminister Diego Pardow wurde der Vorfall durch einen „technischen Fehler“ in der 220-Kilovolt-Hochspannungsleitung „Polpaico-Cerro Navia“ ausgelöst. Diese Leitung ist eine kritische Verbindung zwischen dem Umspannwerk Polpaico im Nordwesten Santiagos und dem Umspannwerk Cerro Navia im Westen der Stadt.

Die Unterbrechung führte zu einer Kettenreaktion im Netz. Der nationale Koordinator des Elektrizitätssystems, CEN, musste um 14:52 Uhr Notmaßnahmen einleiten, um einen landesweiten Kollaps zu verhindern. Der Verkehr brach zusammen, da 80% der Ampeln in der Metropolregion ausfielen. Die Metro de Santiago stellte den Betrieb auf vier ihrer sieben Linien (L1, L2, L4, L5) für 47 Minuten komplett ein, was nach Angaben des Unternehmens etwa 300.000 Pendler betraf.

Hintergrund und vorherige Vorfälle

Der Blackout ereignete sich während einer Hitzewelle mit Temperaturen von über 33 Grad Celsius, die die Klimaanlagenlast im Netz maximierte. Es ist der schwerste Stromausfall in der Hauptstadt seit dem 24. Juni 2024, als ein ähnlicher Vorfall 700.000 Kunden betraf.

Die Infrastruktur des chilenischen Stromnetzes steht seit Jahren unter Kritik. Das Gesetz Nr. 20.936 („Ley de Equidad Tarifaria“) regelt zwar die Tarife, nicht aber die verpflichtenden Investitionen in die Netzmodernisierung. Der Vorfall vom 23. Dezember wirft erneut Fragen zur Zuverlässigkeit des Systems auf, das zuletzt im September 2021 einen landesweiten Blackout erlebte, der 10 Millionen Menschen betraf.

Enel Distribución Chile, ein Tochterunternehmen des italienischen Konzerns Enel, steht nach dem Vorfall unter Druck. Der Präsident des Unternehmens, Fabrizio Barderi, kündigte für den 26. Dezember eine detaillierte technische Untersuchung an. Die Nationale Energiekommission (CNE) leitete bereits ein Aufsichtsverfahren ein, das Strafen von bis zu 1 Million UF (ca. 40 Millionen US-Dollar) vorsehen kann.

Bildquelle: Pixabay