Irakische Sicherheitskräfte töten IS-Kommandeur bei Spezialoperation in Kirkuk

Irakische Sicherheitskräfte töten IS-Kommandeur bei Spezialoperation in Kirkuk

Irakische Sicherheitskräfte haben am 28. Dezember 2025 den mutmaßlichen IS-Kommandeur Abu Obeida al-Iraqi bei einer gezielten Operation in der Provinz Kirkuk getötet. Die Aktion fand in den frühen Morgenstunden in einem versteckten Unterschlupf in der al-Riyadh-Region, etwa 30 Kilometer südwestlich der Stadt Kirkuk, statt.

Details der Operation

Nach Angaben des irakischen Geheimdienstes (Iraqi Intelligence Service) begann die Operation um 03:00 Uhr Ortszeit. Spezialkräfte der irakischen Counter-Terrorism Service (CTS) Einheiten umstellten das Gebäude, in dem sich al-Iraqi mit drei weiteren Verdächtigen aufhielt. Bei dem anschließenden Schusswechsel wurden Abu Obeida al-Iraqi und zwei seiner Begleiter getötet. Ein weiterer Verdächtiger wurde festgenommen. Auf Seiten der Sicherheitskräfte gab es nach offiziellen Angaben keine Verletzten.

Identität des Getöteten

Der getötete Abu Obeida al-Iraqi wird von den irakischen Behörden als „finanzieller Emir“ und Logistik-Koordinator für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in den Provinzen Kirkuk, Salahuddin und Diyala identifiziert. Sein richtiger Name laut Geheimdienstinformationen ist Ahmed Khalaf al-Dulaimi. Er soll maßgeblich für die Finanzierung von IS-Aktivitäten durch Erpressung, Schutzgelderpressung und den Schmuggel von Öl und Antiquitäten verantwortlich gewesen sein.

Hintergrund und Eskalation

Die Operation ist Teil einer verstärkten Offensive irakischer Sicherheitskräfte gegen verbliebene IS-Zellen, insbesondere in den umstrittenen Gebieten zwischen der irakischen Zentralregierung und der Autonomen Region Kurdistan. Erst am 22. Dezember 2025 waren bei einem IS-Angriff auf ein Militärkontrollpunkt in der Provinz Diyala zwei irakische Soldaten getötet und drei weitere verletzt worden. Das irakische Parlament hatte daraufhin im November 2025 ein umfassendes Sicherheitsbudget in Höhe von 4,7 Billionen irakischen Dinar (rund 3,2 Milliarden Euro) verabschiedet, um die Operationen zu intensivieren.

Die al-Riyadh-Region, in der die Tötung stattfand, gilt seit Jahren als Rückzugsgebiet für IS-Mitglieder. Die komplexe ethnische und konfessionelle Gemengelage zwischen Arabern, Kurden und Turkmenen sowie das zerklüftete Gelände erschweren dort Sicherheitsoperationen. Die irakische Armee führte in der gleichen Region bereits im Oktober 2025 eine Großoffensive mit über 5.000 Soldaten durch, bei der damals 27 Verdächtige festgenommen wurden.

Bildquelle: Pixabay