Bei einer Kollision zwischen einer überfüllten Passagierfähre und einem Frachtschiff auf dem Fluss Padma sind am Donnerstag, dem 22. Januar 2026, mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich gegen 15:30 Uhr Ortszeit in der Nähe von Paturia Ghat im Bezirk Manikganj, etwa 60 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka.
Chronologie der Rettungsarbeiten
Die Passagierfähre „ML Rabeya“ war auf dem Weg von Paturia nach Daulatdia, als sie mit dem Frachter „MV Rupshi-9“ kollidierte und kenterte. Laut dem Leiter der örtlichen Feuerwehr, Abdul Gafur, waren zum Zeitpunkt des Unglücks mehr als 50 Passagiere an Bord der Fähre, obwohl ihre offizielle Kapazität bei 40 Personen liegt. Die Marine und die örtliche Feuerwehr bargen bis Freitagmorgen 15 Leichen aus dem Fluss. 35 Menschen konnten lebend gerettet werden, darunter mehrere in kritischem Zustand. Die Suche nach weiteren Vermissten dauert an.
Beteiligte Schiffe und erste Aussagen
Der Kapitän der Fähre, Shah Alam, überlebte den Unfall und wurde von der Polizei befragt. Ein Überlebender, Abdul Hamid (42), berichtete Reportern der Nachrichtenagentur UNB: „Es gab einen lauten Knall, dann kippte das Boot plötzlich zur Seite. Innerhalb von Sekunden waren wir im Wasser.“ Der Frachter „MV Rupshi-9“, beladen mit Sand, erlitt nur leichte Schäden. Seine Besatzung wurde ebenfalls verhört.
Hintergrund: Gefährliche Wasserwege
Schwere Unfälle auf den überlasteten und oft schlecht regulierten Wasserstraßen Bangladeschs sind keine Seltenheit. Im August 2022 kamen bei einem ähnlichen Vorfall auf dem Fluss Karatoya im Norden des Landes mindestens 26 Menschen ums Leben. Die Bangladesh Inland Water Transport Authority (BIWTA) führt regelmäßige Inspektionen durch, doch Kritiker wie die Nichtregierungsorganisation „Nirapad Noupath Andolon“ (Sichere Wasserwege Bewegung) verweisen auf strukturelle Probleme: Überladung, mangelhafte Wartung alter Schiffe und unzureichende Sicherheitsvorkehrungen sind häufige Ursachen. Das Land verfügt über ein ausgedehntes Netz von Flüssen, auf denen Fähren ein lebenswichtiges, aber risikobehaftetes Transportmittel für Millionen Menschen darstellen.
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