Indische Polizei löst Proteste gegen Wasserknappheit in Delhi auf, 50 Festnahmen

Indische Polizei löst Proteste gegen Wasserknappheit in Delhi auf, 50 Festnahmen

Polizeieinsatz gegen Wassermangel-Proteste

Am 16. Dezember 2025 löste die Polizei in Delhi gewaltsam Proteste von Anwohnern auf, die gegen anhaltende Wasserknappheit demonstrierten. Bei den Auseinandersetzungen in der Munirka und Vasant Vihar Gegend im Süden Delhis wurden nach offiziellen Angaben mindestens 50 Personen festgenommen, darunter der lokale Bürgerrechtler Arvind Singh.

Chronologie der Ereignisse

Die Proteste begannen am Morgen des 16. Dezember gegen 10:30 Uhr Ortszeit vor dem Büro des Delhi Jal Board (DJB) in Vasant Vihar. Etwa 300 Bewohner aus den Kolonien Munirka, Vasant Kunj und Kishangarh blockierten die Außenringstraße. Sie warfen der Behörde vor, seit dem 10. Dezember keine regelmäßige Wasserversorgung mehr sicherzustellen. Ein Polizeisprecher des South Delhi District, Inspektor Rajesh Kumar, bestätigte den Einsatz von 200 Beamten und den Einsatz von Wasserwerfern, nachdem Demonstranten Steine auf Polizeifahrzeuge geworfen hätten. Mindestens 12 Demonstranten und 5 Polizisten erlitten leichte Verletzungen.

Hintergrund: Strukturelle Wasserkrise

Die Wasserknappheit in Süd-Delhi ist ein wiederkehrendes Problem. Der Delhi Jal Board versorgt die 20-Millionen-Einwohner-Stadt zu etwa 40% aus dem Yamuna-Fluss und zu 25% aus dem Ganga-Kanal. Ein am 12. Dezember 2025 veröffentlichter Bericht der Central Ground Water Board (CGWB) zeigt, dass der Grundwasserspiegel in 15 der 34 Monitoring-Stationen in Delhi auf ein „kritisches“ Niveau gesunken ist. Bereits im Juni 2025 kam es zu ähnlichen Protesten in der Geeta Colony, nachdem die Versorgung für 72 Stunden unterbrochen war. Das National Green Tribunal (NGT) hatte die Regierung von Delhi und die Nachbarstaaten Haryana und Uttar Pradesh bereits 2019 wegen der illegalen Abschöpfung von Yamuna-Wasser verklagt.

Bildquelle: Pixabay