Explosion in Chemiefabrik in Shandong fordert 12 Tote, 31 Verletzte
Am 16. Dezember 2025 um 14:23 Uhr Ortszeit ereignete sich eine schwere Explosion auf dem Gelände der Chemiefabrik „Qilu Petrochemical Shandong Co., Ltd.“ im Industriegebiet von Zibo, Provinz Shandong. Die örtliche Notfallverwaltung bestätigte am 17. Dezember 12 Todesfälle und 31 Verletzte, darunter fünf Personen in kritischem Zustand.
Chronologie und Rettungseinsatz
Die Explosion ereignete sich in der Ethylen-Anlage Nr. 3 des Werks. Laut dem Pressesprecher der Stadt Zibo, Zhang Wei, wurden innerhalb der ersten Stunde 127 Feuerwehrleute mit 32 Fahrzeugen zum Einsatzort entsandt. Der Brand konnte nach Angaben der Feuerwehrführung um 18:45 Uhr unter Kontrolle gebracht werden. Ein Augenzeuge, der Arbeiter Li Feng (Name geändert), berichtete gegenüber lokalen Medien von einer „serienartigen Detonation“ und einer anschließenden großen schwarzen Rauchwolke. Die Behörden evakuierten umgehend alle 2.300 Mitarbeiter der Anlage sowie Bewohner in einem Radius von zwei Kilometern. Die Produktion im gesamten Chemiepark wurde vorläufig eingestellt.
Hintergrund und Sicherheitsauflagen
Die „Qilu Petrochemical Shandong Co., Ltd.“ ist ein Tochterunternehmen des staatlichen Energiekonzerns Sinopec. Die Anlage in Zibo produziert vor allem Grundchemikalien wie Ethylen und Propylen. Bei einer routinemäßigen Sicherheitsinspektion der nationalen Arbeitsaufsichtsbehörde (SAWS) im März 2024 wurden an derselben Ethylen-Anlage Mängel an Überdruckventilen und der Gaswarnanlage festgestellt. Der Betreiber erhielt eine Frist zur Nachbesserung bis Oktober 2024. Ob diese vollständig umgesetzt wurde, wird nun Teil der Untersuchung sein. Es ist der schwerste Unfall in der chinesischen Chemieindustrie seit der Explosion in einer Phenylalanin-Anlage in Jiangsu am 21. Juli 2023, bei der 15 Menschen starben.
Untersuchung und Reaktionen
Die Staatsanwaltschaft der Provinz Shandong hat am 18. Dezember ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Fahrlässigkeit eingeleitet. Ein Untersuchungsteam unter Leitung von Wang Gang, dem stellvertretenden Direktor der nationalen Arbeitssicherheitsbehörde, ist vor Ort. Die Behörden ordneten eine landesweite Sicherheitsüberprüfung aller 4.567 großen Chemieanlagen innerhalb der nächsten 30 Tage an. Der Vorstandsvorsitzende von Sinopec, Ma Yongsheng, äußerte sich in einer ersten Stellungnahme: „Wir werden die Ursache lückenlos aufklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.“ Die Familien der Opfer erhalten nach Angaben der lokalen Regierung eine Soforthilfe von 800.000 Yuan (ca. 100.000 Euro) pro Todesfall.
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