Bei einem Angriff auf eine zivile Siedlung in der Amhara-Region Äthiopiens sind am 10. Januar 2026 mindestens 15 Menschen getötet worden. Der Vorfall ereignete sich im Dorf Gida Ayana im Wollega-Gebiet, nach Angaben lokaler Behörden und Augenzeugen.
Chronologie und Details des Angriffs
Der Angriff auf Gida Ayana begann am frühen Morgen des 10. Januar gegen 6:00 Uhr Ortszeit. Bewaffnete Männer drangen in das Dorf ein und eröffneten das Feuer auf Einwohner. Der örtliche Administrator, Tamirat Derese, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters eine vorläufige Zahl von 15 Toten. Augenzeugen, die anonym bleiben wollten, berichteten von einer höheren Opferzahl und beschrieben, wie die Angreifer gezielt Häuser durchsuchten. Neben den Toten gab es mindestens 8 Verletzte, die in ein Krankenhaus in Nekemte, der Hauptstadt der West-Wollega-Zone, gebracht wurden.
Hintergrund und Verantwortlichkeit
Die Region ist seit Jahren Schauplatz ethnisch motivierter Gewalt und bewaffneter Aufstände. Lokale Behörden und Medienberichte machen die Oromo Liberation Army (OLA), eine bewaffnete Gruppierung, die für die Unabhängigkeit der Oromo-Region kämpft, für den Angriff verantwortlich. Die OLA, auch als Shene bekannt, hat ihre Operationsbasis in diesem Gebiet. Der Vorfall folgt auf eine Serie ähnlicher Angriffe in der Amhara- und Oromia-Region. Erst im Dezember 2025 wurden bei einem Überfall auf einen Bus in Benishangul-Gumuz über 20 Menschen getötet. Die äthiopische Bundesregierung unter Premierminister Abiy Ahmed hat die OLA als Terrororganisation eingestuft und führt seit 2018 immer wieder Militäroffensiven gegen sie, ohne die Gewalt nachhaltig beenden zu können.
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