Einleitung
Am 19. Januar 2026 versammelten sich in der nigrischen Hauptstadt Niamey mehrere tausend Menschen zu einer genehmigten Demonstration. Die Protestierenden forderten den vollständigen Abzug aller ausländischen Militärkräfte aus dem Land, insbesondere der verbliebenen US-amerikanischen und französischen Einheiten. Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften am Place de la Concertation wurden nach offiziellen Angaben mindestens 15 Personen verletzt.
Chronologie und Details
Die Demonstration begann um 10:00 Uhr Ortszeit am Rond-Point de l’Université. Die Organisatoren, ein Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Gruppen unter der Führung von Aktivist Moussa Issoufou, führten den Zug durch die Avenue de la Liberté zum zentralen Platz. Laut Augenzeugenberichten, die von lokalen Medien wie ‚Le Républicain Niger‘ zitiert wurden, nahmen zwischen 3.000 und 5.000 Menschen teil. Sie skandierten Parolen wie „Niger souverain“ und trugen Plakate mit der Aufschrift „Les bases étrangères dehors!“.
Gegen 13:30 Uhr eskalierte die Situation am Place de la Concertation. Ein Sprecher der nigrischen Polizei, Kommandant Boubacar Sidikou, bestätigte in einer Stellungnahme, dass eine Gruppe von etwa 200 Demonstranten versucht habe, die Absperrungen zu durchbrechen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen. Laut dem Roten Kreuz Niger wurden 15 Personen mit leichten Verletzungen, hauptsächlich durch Tränengas und Stürze, behandelt. Es gab keine Festnahmen.
Hintergrund
Die Proteste stehen im direkten Zusammenhang mit der laufenden Neuausrichtung der nigrischen Sicherheits- und Außenpolitik unter der Führung des Nationalen Rates für den Schutz des Vaterlandes (CNSP). Nach dem politischen Wechsel im Juli 2023 kündigte die neue Führung unter General Abdourahamane Tchiani die Aufhebung militärischer Abkommen mit Frankreich an. Die letzten französischen Truppen verließen das Land im Dezember 2023.
Ein Abkommen mit den USA über den Status von Streitkräften (SOFA) wurde im März 2024 einseitig von nigrischer Seite für „null und nichtig“ erklärt. Seitdem verhandeln beide Seiten über den Abzug der etwa 650 US-Soldaten von der Luftwaffenbasis 201 in Agadez. Die Verhandlungen stockten zuletzt im November 2025. Die Demonstranten fordern ein konkretes Datum für den vollständigen Abzug. Die Organisatoren kündigten an, die Proteste fortzusetzen, bis ihre Forderung erfüllt sei.
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